Deutschland will in Raumfahrt-Zukunftsmarkt vorne mitmischen

«Spectrum»-Rakete
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Das computergenerierte Bild zeigt eine «Spectrum»-Rakete des Raketenbauers Isar Aerospace. Foto: Isar Aerospace /dpa/Archivbild Foto: dpa

»New Space«: Das ist ein großer Trend in der Raumfahrt. Die Bundesregierung unterstützt Start-up-Firmen, die kleine Raketen entwickeln. Weiter im Gespräch ist ein deutscher Weltraumbahnhof.


Berlin (dpa) - Deutschland will international in einem Raumfahrt-Zukunftsmarkt vorne mitmischen. Dabei geht es um Trägerraketen für Kleinsatelliten. Ein bayerisches Start-up-Unternehmen hat nun einen Wettbewerb der Deutschen Raumfahrtagentur gewonnen. Die Isar Aerospace Technologies GmbH aus Ottobrunn bei München erhält elf Millionen Euro aus einem Programm der Europäischen Weltraumorganisation ESA für zwei Demonstrationsflüge ihres Trägers »Spectrum« im Zeitraum 2022-2023, wie das Wirtschaftsministerium am Freitag mitteilte.

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Der sogenannte Mikrolauncher-Wettbewerb fördert Firmen, die kleine und moderne Trägerraketen mit einer Nutzlast von einigen hundert Kilogramm kommerziell entwickeln und Startdienstleistungen anbieten wollen, mit insgesamt 25 Millionen Euro. Die drei Unternehmen HyImpulse, Isar Aerospace Technologies und Rocket Factory Augsburg hatten sich für die Hauptrunde des Wettbewerbs qualifiziert.

Der Markt für Trägerraketen gilt als Zukunftsmarkt mit einem großen Potenzial. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte, die Weltraumfahrt werde in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen. Deutschland wolle im internationalen Wettbewerb bei kleinen Trägerraketen vorne mit dabei sein. Es gehe um einen entstehenden kommerziellen Markt.

Viele Satelliten werden immer kleiner und leichter, wie die Deutsche Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erläuterte. »In der Regel werden sie als "Handgepäck" zusammen mit anderen, größeren Satelliten gestartet, deren Betreiber die Rahmenbedingungen festlegen.« Um gerade kleine Satelliten als Hauptnutzlast auf ihre Umlaufbahnen zu bringen, habe sich mittlerweile eine eigene Raketenklasse etabliert - die sogenannten Mikrolauncher.

In den USA und in China boome dieser Kleinträgermarkt. Damit auch deutsche Start-ups von dieser globalen »New Space«-Entwicklung profitierten, habe die Deutsche Raumfahrtagentur vor knapp einem Jahr den Mikrolauncher-Wettbewerb gestartet.

»Wir bauen die nächste Generation von Raketen (Launchern) in Europa«, sagte Thomas Jarzombek, Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt und Jury-Vorsitzender des Wettbewerbs. »Im Gegensatz zur klassischen Raumfahrt entwickeln diese Unternehmen ihre Raketen mit privaten Geldern und nicht auf Kosten der Steuerzahler. Das ist ein radikaler Wechsel der Paradigmen. Damit rüstet sich Deutschland für eine neue Ära der Raumfahrt, die von Manufaktur zur Industrie wird.«

Zu einem möglichen deutschen Weltraumbahnhof sagte Altmaier, man sei in engen Gesprächen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie hatte ein Konzept für eine mobile Startplattform in der Nordsee vorgelegt, von der die sogenannten Mikrolauncher-Raketen in den Weltraum geschossen werden sollen.

Altmaier verwies darauf, dass Deutschland bei Raumfahrt-Technologie mit führend sei. Am Freitag gaben die Firma MT Aerospace, ein Tochterunternehmen des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB SE, und die ArianeGroup bekannt, das sie einen Vertrag für die Serienproduktion der neuen europäischen Trägerrakete Ariane 6 unterschrieben haben. Diese ermöglicht es, schwere Nutzlasten in die Erdumlaufbahn zu befördern.

© dpa-infocom, dpa:210430-99-417521/3

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