Dachser baut See- und Luftfrachtgeschäft aus

Ein Containerschiff wird am Terminal Altenwerder entladen
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Ein Containerschiff wird am Containerterminal Altenwerder im Hamburger Hafen entladen. Foto: Markus Scholz/dpa/Symbolbild Foto: dpa

Weniger Transporte in Europa, aber mehr Luft- und Seefracht aus Asien: Der Logistikkonzern Dachser legt eine gute Jahresbilanz vor und ist für 2021 nach gutem Start optimistisch.


Kempten (dpa) - Der Logistikkonzern Dachser hat im vergangenen Jahr weniger Industriegüter durch Europa transportiert, aber von steigenden Preisen bei der internationalen Luft- und Seefracht profitiert. Der Umsatz blieb mit 5,6 Milliarden Euro fast konstant. Gewinnzahlen nennt das Familienunternehmen nicht, aber Vorstandschef Burkhard Eling sagte am Dienstag in Kempten: »Wir sind mit dem Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahrs sehr zufrieden.« Im laufenden Jahr erwarte er in allen Geschäftsbereichen Zuwächse.

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In den ersten drei Monaten zeige das europäische Industriegeschäft einen positiven Trend; es gebe »sehr erfreuliche Volumina in den grenzüberschreitenden Landverkehren«. Bei der Luft- und Seefracht herrsche weiterhin eine starke Nachfrage nach Charter- und Stückgut-Verkehr, sagte Eling.

Das größte Geschäftsfeld von Dachser - der Lkw-Transport und die Lagerung von Industrie- und Konsumgütern in Europa - schrumpfte im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie um 3 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro Umsatz. Aber der Umsatz mit Lebensmittel-Transporten auf der Straße stieg um 2 Prozent auf 982 Millionen Euro. Der Umsatz mit Luft- und Seefracht legte sogar um 5 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu. Treiber dabei war das Asiengeschäft.

In der Seefracht habe der Mangel an Leercontainern für stark steigende Frachtraten gesorgt; in der Luftfracht lagen sie »im Durchschnitt um 25 Prozent über dem Vorjahr«, sagte Eling. »Wir haben schnell auf die Kapazitätsengpässe in der Luftfracht reagiert und eigene Kapazitäten mit Charter-Flugzeugen aufgebaut«, nach Asien und in die USA. So habe Dachser die Lieferketten seiner Kunden ohne Unterbrechung am Laufen gehalten.

Jetzt will der Allgäuer Familienkonzern sein Angebot für Stückgut- und Sammelgut-Verkehr auf See ausbauen und an sein europäisches Stückgutnetz anbinden. »Für diesen anspruchsvollen Service sehen wir großes Potenzial«, sagte Eling. Dachsers europäisches Stückgutnetz sei mit Partnern so eng, »dass keine großen Zukäufe mehr notwendig sind«. Charterflüge würden in diesem und den kommenden Jahren weiter ausgebaut. Die Investitionen würden dieses Jahr um ein Drittel auf 190 Millionen Euro erhöht, vor allem für Kontraktlogistik und Digitalisierung.

Beim Klimaschutz »sehen wir die Zukunft für den Fernverkehr in der Wasserstoff-Technologie«, sagte der Vorstandschef. Dachser betreibt selbst nur einen kleinen Fuhrpark und arbeitet viel mit selbstständigen Transportunternehmern.

Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland 16 600, weltweit fast 31 000 Mitarbeiter. Eling, bis Dezember Finanzvorstand, hat erst im Januar den langjährigen Vorstandschef Bernhard Simon abgelöst. Simon ist Gesellschafter des Familienkonzerns und übernimmt ab Jahresmitte den Vorsitz des Verwaltungsrats.

© dpa-infocom, dpa:210413-99-184814/3


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