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Corona-Tests und Besuchsverbot in Coburger Pflegeheimen

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Mitarbeiter vom Gesundheitsamt hält ein Test-Kit
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Mitarbeiter vom Gesundheitsamt hält ein Test-Kit. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild Foto: dpa

Coburg (dpa/lby) - Nach einem Anstieg der Corona-Infektionen führt der Landkreis Coburg Reihentests in Pflegeheimen durch. Die 37 Neuinfektionen innerhalb der vergangenen 7 Tage seien vor allem aus solchen Einrichtungen in Stadt und Landkreis gemeldet worden, teilte das Landratsamt am Donnerstag mit. Wo genau sich die Heimbewohner angesteckt haben, prüfe das Gesundheitsamt. Ein Großteil der Infizierten sei aber in Dialysebehandlung, sagte eine Sprecherin. Man gehe von einem Zusammenhang aus.


Im benachbarten Landkreis Sonneberg in Thüringen war zuvor ein Gesundheitscampus als Schwerpunkt eines Corona-Ausbruchs ausgemacht worden. In direkter Nachbarschaft befindet sich dort neben zwei Seniorenheimen und Arztpraxen auch ein Dialysezentrum. »Ein Zusammenhang würde naheliegen«, sagte die Sprecherin des Landratsamtes Coburg. »Wir wissen es aber noch nicht.«

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Im rund 86 900 Einwohner zählenden Landkreis Coburg lag die Infektionsrate nach Angaben des Robert Koch-Instituts zuletzt bei mehr als 58 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche (Stand 14. Mai, 00.00 Uhr). Bund und Länder haben eine Quote von 50 als Obergrenze festgelegt. Wird diese überschritten, müssen Beschränkungskonzepte erarbeitet werden.

Wegen der gestiegenen Zahlen gelte ab sofort ein zweiwöchiges Besuchsverbot für alle ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen, teilte das Landratsamt am Donnerstag mit. Ausnahmen würden nur für Angehörige von im Sterben liegenden Menschen gemacht. Zudem sollten die Reihentests auf alle Pflegeeinrichtungen im Landkreis ausgeweitet werden.

»Uns ist bewusst, dass diese Maßnahmen wieder einschneidend sind«, betonte Landrat Sebastian Straubel. »Sie sind aber leider unerlässlich, um die Weiterverbreitung des Coronavirus einzudämmen.« Die Reihentests würden zunächst auch zu höheren Zahlen bei den gemeldeten Infektionen führen, ergänzte Martina Berger, organisatorische Leiterin des Gesundheitsamtes. Doch nur so erhalte man »ein ehrliches Bild von der tatsächlichen Situation«.

Pressemitteilung des Landratsamts Coburg


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