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Corona-Medikament für Patienten schon im Einsatz

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Clemens Wendtner, Chefarzt des Klinikums Schwabing
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Clemens Wendtner, der Chefarzt des Klinikums Schwabing. Foto: -/München Klinik/dpa/Archivbild Foto: dpa

München (dpa/lby) - Zur Behandlung der Lungenkrankheit Covid-19 wird eine baldige Zulassung des ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelten Medikaments Remdesivir erwartet. Schon jetzt können Patienten in bestimmten Fällen damit behandelt werden. Es sei ein ungewöhnlicher Schritt, dass der zuständige Ausschuss der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) schon vor der Zulassung einen breiteren Einsatz ermöglicht habe, sagte Clemens Wendtner, Chefarzt der an weltweiten Studien zu Remdesivir beteiligten Klinik für Infektiologie der München Klinik Schwabing. Die Zulassung scheint in greifbarer Nähe. Die Spitze der EMA habe mitgeteilt, dass eine Zulassung noch »vor dem Sommer« erfolgen könnte, sagte Wendtner.


Die bisherigen Zwischenergebnisse seien so gut, dass das Medikament im Sinne eines Hilfsprogramms außerhalb von Studien zur Verfügung gestellt werden könne. Bundesweit gebe es 18 Apotheken, die das Medikament der US-Firma Gilead Sciences dazu verteilen dürfen, zwei davon in Bayern - eine in Schwabing. Bereits vor einiger Zeit hatte Wendtner berichtet, dass etwa die Hälfte der mit Remdesivir behandelten Patienten davon profitiere. Etwa konnten schwer Erkrankte früher von den Beatmungsmaschinen genommen werden. Auch andere Mediziner, etwa in den USA, sahen Erfolge.

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Die München Klinik Schwabing ist als eine von acht deutschen Kliniken an den Remdesivir-Studien beteiligt, an denen weltweit rund 7600 schwer und mittelschwer erkrankte Patienten teilnehmen sollen. Bis zum 29. Mai sollen Patienten rekrutiert werde. »Dann wird es eine große Auswertung geben«, sagte Wendtner. Vom Ergebnis hängt ab, ob das Mittel endgültig für die Behandlung von Covid-19 zugelassen wird.

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