Corona-Krise bringt Volkshochschulen in Schwierigkeiten

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Das Logo des Deutschen Volkshochschul-Verbandes ist an einer Fassade zu sehen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild Foto: dpa

Töpfern, Japanisch lernen oder Yoga - Volkshochschulen bieten zahlreiche Kurse an. Doch seit Corona geht vieles nur noch online - wenn überhaupt.


Erlangen (dpa/lby) - Die Corona-Krise stellt auch die Volkshochschulen in Bayern vor finanzielle Probleme. »Viele Volkshochschulen fürchten mittelfristig um ihre Existenz«, teilte der Bayerische Volkshochschulverband (BVV) mit. Am Donnerstag wollte er in Erlangen sein 75-jähriges Bestehen feiern. Statt einer großen Jubiläumsfeier am Gründungsort waren Diskussionsrunden zur Bedeutung der Volkshochschulen geplant, die ins Internet übertragen werden sollten.

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Seit Beginn der Pandemie mussten die Volkshochschulen zweimal für mehrere Wochen schließen, durften Kurse nur noch unter strengen Hygienevorschriften und mit weniger Teilnehmern anbieten und stellten wenn möglich auf digitale Angebote um. Im vergangenen Jahr verhinderten nach Angaben des BVV Hilfen des Freistaats in Höhe von rund 15 Millionen Euro, dass Volkshochschulen Insolvenz anmelden mussten. Wie vielen Einrichtungen ein zweiter Rettungsschirm in diesem Jahr helfen werde, sei aber noch offnen.

Seit Mitte März dürfen die Volkshochschulen in Städten und Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner von unter 100 zwar wieder Präsenz-Kurse anbieten. Aktuell lässt die hohe Zahl der Corona-Neuinfektionen das aber in Bayern so gut wie gar nicht mehr zu. Viele Volkshochschulen haben dem BVV zufolge wegen der unsicheren Lage viele Veranstaltungen von vorneherein nur online geplant.

Der Online-Unterricht habe einen enormen Schub bekommen, hieß es vom BVV. Doch dieser könne den Ausfall der Präsenz-Kurse nicht ausgleichen. Denn viele Veranstaltungen seien online nicht umsetzbar. Das gelte zum Beispiel für Integrationskurse. Bei Fremdsprachenkursen und Vorträgen gebe es dagegen großes Interesse an den Online-Formaten.

Ob die Volkshochschulen dank der vielen Online-Kurse neue Zielgruppen ansprechen konnten, ist nach Angaben des BVV noch nicht ausgewertet. Auffällig sei aber, dass es nicht stimme, dass ältere Menschen daran weniger Interesse hätten als jüngere.

Für kommende Präsenz-Kurse meldeten sich die Menschen wegen der unsicheren Situation zurzeit nur zurückhaltend an. Deshalb sei auch noch in den nächsten Monaten viel Durchhaltevermögen gefragt, betonte der BVV. Die Erfahrungen nach dem ersten Lockdown hätten gezeigt, dass die Volkshochschulen auch nach Wiederaufnahme der Präsenz-Kurse mit Defiziten rechnen müssten - allein schon wegen der geringeren Teilnehmerzahlen. In diesem Jahr rechnet der BVV auf jeden Fall nicht mehr mit normalen Kursgrößen.

© dpa-infocom, dpa:210422-99-303887/2

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