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Corona-Forderungen der vbw empören IG Metall

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Das Logo der IG Metall ist zu sehen. Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild Foto: dpa

München (dpa/lby) - Die Corona-Krise verschärft die Auseinandersetzung zwischen IG Metall und Arbeitgebern in Bayern. Die Gewerkschaft kritisierte den Ruf der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) nach unternehmensfreundlichen Strukturreformen am Mittwoch als »verantwortungslos und krisenverschärfend«. »Der Arbeitgeberverband offenbart sein marktradikales Gesicht und nutzt die Corona-Krise offensichtlich schamlos aus«, attackierte IG Metall-Bezirksleiter Johann Horn die Positionen der vbw.


Die vbw ist der Dachverband der bayerischen Arbeitgeber. Hauptgeschäftsführer Bertran Brossardt hatte am Dienstag elf Forderungen vorgestellt, die der coronageschädigten bayerischen Wirtschaft zu einem Aufschwung verhelfen sollen. An erster Stelle steht der Verzicht auf neue Gesetze und Vorschriften, an zweiter die Reduzierung der bestehenden Bürokratie in Arbeits- und Steuerrecht sowie dem Datenschutz. Unter anderem fordert die vbw, befristete Arbeitsverträge nicht einzuschränken, die Vorschriften für die tägliche Arbeitszeit flexibler zu machen und keinen Rechtsanspruch der Arbeitnehmer auf Homeoffice einzuführen.

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Die IG Metall hingegen fordert einen Ausbau von Regulierung und Sozialstaat. Bezirksleiter Horn kritisierte schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne von Leiharbeitern, Werkvertragsbeschäftigten sowie vieler Arbeitnehmer in den Schlachthöfen, der Gastronomie und der Pflege.

»Jetzt ist in der Tat die Zeit, aufzuräumen mit neoliberalen Fehlentwicklungen«, sagte Horn. »Wir müssen jetzt einen fairen Wandel unserer Wirtschaft starten: mit Beschäftigungsgarantien, mit einem Ausbau des Sozialstaats für mehr Sicherheit, mit mehr Demokratie und Mitbestimmung für Beschäftigte.«


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