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Corona-Einschränkungen: Weniger Stau auf Bayerns Autobahnen

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Der Schriftzug des Automobilclubs ADAC. Foto: Daniel Karmann/dpa/Archivbild Foto: dpa

Viele Freiheiten konnten die Menschen wegen Corona nicht genießen. Dafür hatten Fahrer auf Bayerns Autobahnen ungewohnt oft freie Bahn: Die Länge der Staus sank dort im Jahr 2020 um mehr als ein Drittel. Auf einem Abschnitt herrschte dennoch besonders oft Stillstand.


München (dpa/lby) - Auf rund 46 450 Kilometern haben Fahrer auf bayerischen Autobahnen im vergangenen Jahr im Stau gestanden - ein Rückgang von 36,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser sei größtenteils auf die von März an geltenden Corona-Einschränkungen zurückzuführen, teilte das Bayerische Verkehrsministerium auf Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Markus Rinderspacher mit. Gleichzeitig mussten Fahrer im Jahr 2020 auf Bayerns Autobahnen demnach aber insgesamt 21 813 Stunden warten. Das entspräche einer Steigerung um mehr als 40 Prozent gegenüber 2019.

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Als mögliche Ursachen für diese Diskrepanz nannte eine Ministeriumssprecherin ein im vergangenen Jahr geändertes System zur Auswertung der Daten und die Art der Staus in Zeiten der Pandemie. »Als Beispiel können die corona-bedingten Grenzkontrollen genannt werden, in denen die Verkehrsteilnehmer teilweise sehr lange standen«, sagte die Sprecherin.

Besonders lange im Stau standen Auto- und Lastwagenfahrer den Angaben nach auf der Autobahn 3 mit 4964 Stunden. Allein auf der Strecke zwischen dem Grenzübergang Suben und Passau herrschte im vergangenen Jahr 749 Mal Stillstand. Die A3 sei im vergangenen Jahr »Deutschlands Stau-Autobahn Nummer eins« geblieben, teilte auch der ADAC in seiner Staubilanz für Bayern mit. Als Grund nannte der Verkehrsclub corona-bedingte Grenzkontrollen und das Testzentrum, das im Sommer an der A3 eingerichtet wurde.

Nach Angaben des Verkehrsministeriums standen Fahrer auf der A9 im bayerischen Vergleich mit 3515 Stunden insgesamt am zweitlängsten im Stau, gefolgt von der Autobahn 8 mit einer Dauer von mehr als 2700 Stunden. Hauptursache für Stillstand sind nach Angaben des Ministeriums Unfälle und Baustellen.

Angaben des ADAC zufolge waren die Staus in Bayern 2020 deutlich länger als vom Ministerium gemeldet: Demnach wurden Fahrer auf 105 876 Kilometern Länge durch Stau oder stockenden Verkehr ausgebremst - ein Rückgang um rund 43 Prozent gegenüber 2019. Als Ursache für die Unterschiede zwischen den beiden Bilanzen nannten ADAC und Ministerium unterschiedliche Datensätze.

Der ADAC und der SPD-Abgeordnete Rinderspacher forderten die Staatsregierung auf, zur Vermeidung von Staus die Infrastruktur der Bahn zu modernisieren. »Die Blechlawinen auf den bayerischen Autobahnen sind die Folge des vernachlässigten Schienenverkehrs«, sagte Rinderspacher. Während er vor allem eine Verlagerung des Güterverkehrs forderte, mahnte der ADAC »ein zuverlässiges und attraktives Angebot« für Fahrgäste im Nah- und Fernverkehr an.

© dpa-infocom, dpa:210213-99-423078/2

ADAC zu Staubilanz 2020


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