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Corona-Ausbruch nach Krankenhauspanne und Hochzeit

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Eine Ärztin zeigt einen Test für das Coronavirus
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Eine Ärztin zeigt in einem Labor einen Test für das Coronavirus. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild Foto: dpa

Ein Corona-Ausbruch in Niederbayern könnte auf eine Panne im Krankenhaus und eine Hochzeit zurückgehen. Weil zu spät bekannt wurde, dass eine Angehörige krank war, feierte das Brautpaar ahnungslos. Nun sind mehr als 30 Personen erkrankt.


Passau/Vilshofen (dpa/lby) - Mehr als 30 Corona-Fälle stehen möglicherweise im Zusammenhang mit einer Hochzeit und einer Panne im Krankenhaus Vilshofen. »Aus der Hochzeitsgesellschaft direkt haben sich bisher rund 25 Infektionsfälle bestätigt«, teilte ein Sprecher des Landratsamts Passau am Donnerstag auf Anfrage mit. Zudem seien acht Personen positiv getestet worden, die im Kontakt mit Hochzeitsgästen gestanden hätten. Zwei Personen seien in stationärer Behandlung. Zuvor hatte es eine Testpanne im Krankenhaus Vilshofen gegeben, bei der zwei Personen mit Symptomen zunächst nicht getestet und isoliert wurden, wie das Krankenhaus bestätigte.

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Mehrere Medien berichten über einen familiären Zusammenhang zwischen einer Patientin und der Hochzeit. Vom Landratsamt heißt es dazu: »Das Gesundheitsamt Passau kann die objektiven Folgen der Feier bestätigen. Die Zusammenhänge im Vorfeld bewegen sich aber letztlich im Bereich von Vermutungen, zu denen sich das Amt nicht äußert.« Die Familie der Braut stellt diesen Zusammenhang allerdings her: Ihr Vater sagte der »Passauer Neuen Presse«, die Großmutter der Braut sei am Freitag, 4. September mit Symptomen eingeliefert worden, ein Test aber erst am 8. September erfolgt. Das positive Ergebnis habe am 9. September vorgelegen. »Dazwischen hat meine Tochter aber am Sonntag mit 100 Leuten Hochzeit gefeiert. Hätten wir von der Covid-Erkrankung gewusst, hätten wir die Feier abgeblasen.«

Das Krankenhaus äußerte sich nicht zur zeitlichen Abfolge von Einlieferung und Test. Man dürfe keine patientenbezogenen Daten herausgeben, erklärte ein Sprecher. Der Betreiber des Krankenhauses hat inzwischen angekündigt, künftig an allen Standorten im Landkreis alle Patienten aller Bereiche bei der Aufnahme auf das Coronavirus zu testen und nicht nur solche mit Symptomen. Zudem werde der Isolierbereich als Reaktion auf die derzeit steigenden Infektionszahlen wieder vergrößert.

Im Landkreis Passau gab es in den vergangenen sieben Tagen laut Landesamt für Gesundheit 34,4 Infektionen pro 100 000 Einwohnern (Stand 17. September, 8.00 Uhr), in Passau liegt diese Zahl bei 36,2. Vom Landratsamt Passau veröffentlichte Zahlen zeigen in etwa ab Mitte vergangener Woche eine Beschleunigung des Infektionsgeschehens im Landkreis.


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