Bundespräsident Steinmeier: Keinen Schlussstrich ziehen

Bundespräsident spricht über Penzberger Mordnacht
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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht bei einer Diskussionsveranstaltung aus dem Schloss Bellevue mit per Video zugeschalteten Schülerinnen und Schülern aus Penzberg (Bayern) über die Penzberger Mordnacht. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/Aktuell Foto: dpa

Penzberg/Berlin (dpa/lby) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat anlässlich des Gedenkens an die Penzberger Mordnacht gefordert, sich weiter mit den Verbrechen des Nationalsozialismus zu beschäftigen. Diese Auseinandersetzung sei »schwierig, aber sie ist wichtig«, sagte Steinmeier am Montag bei einer digitalen Diskussionsveranstaltung mit Schülern aus Penzberg. Wichtig sei, »dass wir den Plädoyers derjenigen, die gerne einen Schlussstrich ziehen wollen, nicht folgen«.


In der oberbayerischen Kleinstadt hatten in der Nacht vom 28. auf den 29. April 1945 teils fanatische Hitler-Anhänger 16 Menschen umgebracht. Zuvor hatte eine Gruppe um den ehemaligen Bürgermeister Hans Rummer versucht, eine friedliche Übergabe Penzbergs an die amerikanischen Truppen zu erreichen.

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»Penzberg steht für zahlreiche andere Orte, in denen solches, so ähnliches, in diesen Zeiten, in den letzten Kriegstagen geschehen ist«, sagte Steinmeier. Von diesen Verbrechen wüssten viele Deutsche bisher aber nichts. »Gemordet wurde bis zur letzten Minute - mitten in Deutschland, überall in Deutschland.«

An der Diskussion nahm neben Steinmeier und seiner Frau Elke Büdenbender auch Autorin Kirsten Boie teil, die aus ihrem Jugendbuch »Dunkelnacht« vorlas. Darin wird die Penzberger Mordnacht aus Sicht dreier fiktiver Jugendlicher geschildert.

© dpa-infocom, dpa:210426-99-355980/2

Pressemitteilung Bundespräsidialamt


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