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Bischof nennt umstrittenes Corona-Schreiben »zynisch«

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Bertram Meier steht im Hohen Dom in Augsburg
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Bertram Meier, Bischof der Diözese Augsburg, steht im Hohen Dom in Augsburg. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild Foto: dpa

Augsburg (dpa/lby) - Die Kritik an dem umstrittenen Corona-Schreiben mehrerer hochrangiger katholischer Kirchenmänner wächst. »Hier von einer »Weltverschwörung« zu reden, empfinde ich geradezu als zynisch«, sagte der neue Augsburger Bischof Bertram Meier der »Augsburger Allgemeinen« (Mittwochsausgabe). »Ich denke vor allem auch an die vielen Menschen, die in verschiedenen Altenheimen in unserer Region inzwischen nach einer Covid-19-Infektion gestorben sind.«


In dem umstrittenen Text, den auch der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller, früherer Bischof von Regensburg und ehemalige Chef der vatikanischen Glaubenskongregation, unterschrieben hat, heißt es: »Es sind Tatsachen, dass unter dem Vorwand der Covid-19-Epidemie in vielen Fällen unveräußerliche Rechte der Bürger verletzt und ihre Grundfreiheiten unverhältnismäßig und ungerechtfertigt eingeschränkt wurden, einschließlich des Rechts auf Religionsfreiheit, freie Meinungsäußerung und Freizügigkeit.«

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Meier sagte der Zeitung: »Jeder muss in einer freiheitlichen Gesellschaft seine Meinung frei äußern dürfen, aber in unserem Bistum haben wir einen Priester an Corona verloren.« Zuvor hatte schon die Deutsche Bischofskonferenz mit ihrem Vorsitzenden Georg Bätzing das Schreiben kritisiert. Müllers Nachfolger als Bischof von Regensburg, Rudolf Voderholzer, schloss sich dieser Kritik »ausdrücklich« an.

Müller selbst verteidigte seine Unterschrift und sagte der katholischen Zeitung »Tagespost«, der Text werde benutzt, »um daraus Empörungskapital gegen ihre vermeintlichen Gegner zu schlagen«. »Jeder nennt jetzt jeden Andersdenkenden Verschwörungstheoretiker.«

Äußerungen von Bischof Voderholzer zur Corona-Krise


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