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Berggeschichte: Ausstellung zu DAV-Jubiläum

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München (dpa/lby) - Fotos zum Rückgang der Gletscher, Dokumente zur Gleichschaltung zur Nazizeit, historische Karten: Unter dem Titel »Die Berge und wir« zeigt das Alpine Museum in München von Sonntag an zum 150-jährigen Bestehen des Deutschen Alpenvereins (DAV) Ausschnitte aus eineinhalb Jahrhunderten Berggeschichte. Zu sehen sind Raritäten wie eine vier Meter lange Lithographie der Großglocknerregion von 1860 und ein Ölgemälde des österreichischen Malers Otto Barth aus dem Jahr 1911, das zwei Bergführer andächtig unter dem Gipfelkreuz beim Gebet zeigt. Rucksäcke, Seile und Steigeisen aus früheren Zeiten sind ausgestellt - und erste Mahnungen des am 9. Mai 1869 gegründeten Verbandes zum Naturschutz: »Schützet die Pflanzen«, hieß es auf einem Plakat vor fast hundert Jahren.


Der DAV befasst sich in der Ausstellung auch erneut mit seiner Vergangenheit in der Zeit des Nationalsozialismus und der langwierigen Aufarbeitung dieser Geschichte. Vorgestellt werden etwa Juden, die damals ausgeschlossen wurden. Im Alpenverein war früh Antisemitismus aufgekommen. Schon in den 1920er Jahren waren Wege mit Hakenkreuzen markiert, auf manchen Hütten hieß es: »Juden unerwünscht«. Ab 1933 ließ der Verband sich von der NSDAP in den Dienst nehmen. Kampfgeist, Kameradschaft und Hingabe für den »Gipfelsieg« bis zum Tod passten gut zu den Ideen der Nazis.

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Dieser Teil der Geschichte sei Mahnung und Anlass, sich auf Vielfalt und Toleranz auszurichten, betonte DAV-Präsident Josef Klenner zum Jubiläum. »Wir haben aus unserer Geschichte gelernt und daraus neue Schwerpunkte und Zielsetzungen entwickelt.« Unter anderem engagieren sich Sektionen in der Flüchtlingsarbeit und in inklusiven Projekten; es gibt eine schwul-lesbische Sektion »Gay Outdoor Club«.

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DAV zum Jubiläum