Bayern lehnt alle EU-Pläne zur künftigen Bargeldnutzung ab

Albert Füracker
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Albert Füracker (CSU), Finanzminister von Bayern. Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild Foto: dpa

München (dpa/lby) - Bayern lehnt jegliche Pläne zur Abschaffung oder Einschränkung der Bargeldnutzung ab. »Nicht nur Bares ist Wahres, aber Bargeld muss auch in Zukunft eine zentrale Stütze unseres Zahlungsverkehrs bleiben«, sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU) am Mittwoch in München. Kontaktlose Bezahlsysteme seien zwar gerade aus Infektionsschutzgründen eine sinnvolle Alternative, sie dürften aber nicht das traditionelle Bargeld ersetzen. »Unsere Bürgerinnen und Bürger müssen die Wahlfreiheit haben, wie sie bezahlen möchten.«


Füracker betonte zudem, dass bei digitalen Bezahllösungen zudem das europäische Schutzniveau für den Zahlungsverkehr nicht gefährdet werden dürfe. Im Markt für digitale Bezahllösungen seien Anbieter aus Staaten außerhalb der EU stark vertreten. Die EU-Bürger müssten aber weiterhin über ihre sensiblen Daten selbst bestimmen können.

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Auch aus diesem Grund seien Überlegungen der EU-Kommission, die Bargeldnutzung einzuschränken - etwa durch die Abschaffung von ein und zwei Cent Münzen oder eine Obergrenze für Bargeldzahlungen - kritisch zu sehen. »Bayern stellt sich klar gegen solche Vorschläge«, sagte Füracker. Auch die Einführung eines digitalen Euros müsse wegen der Risiken für die Finanzstabilität und die Geldordnung aufmerksam begleitet werden.

»Münzen und Scheine sind direkt und greifbar, sie schützen die Privatsphäre und sind unabhängig von technischer Infrastruktur«, sagte Füracker. Bargeld habe sich in der Vergangenheit als krisenfest erwiesen und auch im digitalen Zeitalter seine Daseinsberechtigung.

© dpa-infocom, dpa:210428-99-386103/2


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