Bartgeier kehrt zurück nach Bayern: Knochenfresser

Bartgeier
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Ein Bartgeier sitzt in seiner Anlage. Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa/Symbolbild Foto: dpa

Berchtesgaden (dpa) - Die Bartgeier im Nationalpark Berchtesgaden sollen dort eine wichtige Nische besetzen. »Dieser faszinierende Vogel komplettiert die ursprüngliche Fauna des Nationalparks Berchtesgaden und bildet als Aas- und Knochenverwerter ein wichtiges Endglied in der Nahrungskette«, sagte Nationalparkleiter Roland Baier am Montag. Im Nationalpark leben zwar verschiedene Aasfresser wie Steinadler, Raben und Füchse. Doch keines dieser Tiere frisst vor allem Knochen. Erwachsene Bartgeier ernähren sich nur davon.


Fleischreste bekommen nur die Jungen. Zwei junge Bartgeier aus spanischer Nachzucht sollen im Juni im Nationalpark ausgewildert werden. Mehr als 100 Jahre nach seiner Ausrottung soll damit der große Greifvogel wieder in die deutschen Alpen zurückkehren. Experten schätzen den Gesamtbestand der Bartgeier in den Alpen auf gut 300 Tiere. Die genetische Vielfalt der Population sei sehr gering, hieß es. Ohne weitere Stützung der Population aus gezielten Nachzuchten wäre mit einem hohen Grad an Inzucht zu rechnen.

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Der Nationalpark beteiligt sich in Kooperation mit dem bayerischen Naturschutzverband LBV an einem internationalen Projekt zur Wiederansiedlung des Bartgeiers in den Alpen.

Die Bartgeier aus Andalusien kämen im Alter von rund 90 Tagen nach Deutschland, erläuterte der LBV-Vorsitzende Norbert Schäffer. Im Tiergarten Nürnberg werden sie untersucht, beringt und besendert.

In einem speziellen Auswilderungshorst werden sie im Nationalpark an ihre neue Heimat gewöhnt. Nach 20 Tagen können die Vögel erste Flugversuche unternehmen. Bis 2030 sollen so jährlich zwei bis drei weitere Jungtiere ausgewildert werden. Bartgeier sind mit bis zu drei Metern Spannweite die größten heimischen Vögel. Für Menschen und Vieh sind sie nicht gefährlich.

© dpa-infocom, dpa:210517-99-634308/2

LBV

Projekt Wiederansiedelung Bartgeier


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