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Bafin-Vize Roegele: Haben Wirecard nicht in Schutz genommen

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Elisabeth Roegele
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Elisabeth Roegele sitzt im Untersuchungsausschuss des Bundestags zum Bilanzskandal Wirecard. Foto: Michael Kappeler/dpa Foto: dpa

Berlin (dpa) - Die Vizepräsidentin der Bafin, Elisabeth Roegele, hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Finanzaufsicht habe den Skandalkonzern Wirecard absichtlich in Schutz genommen. Das von ihr ausgesprochene Leerverkaufsverbot sei vielfach als Parteinahme oder Gütesiegel für Wirecard verstanden worden, sagte Roegele am Freitag im Untersuchungsausschuss des Bundestags. Das sei es aber nicht: »Das war und ist nicht die Zielsetzung der Bafin, die sie mit dem Leerverkaufsverbot verbunden hat«, versicherte die Exekutivdirektorin, die ihren Posten in Folge des Skandals nun räumt.


Leerverkäufer spekulieren auf fallende Kurse eines Unternehmens und veröffentlichen dafür oft bewusst negative Informationen. Im Fall des inzwischen insolventen Dax-Konzerns Wirecard hatte es so schon früh Berichte über Unregelmäßigkeiten gegeben. Für das ausgesprochene Verbot sei es irrelevant, ob diese Vorwürfe der Leerverkäufer wahr oder unwahr seien, sagte Roegele. Es gehe allein darum, ob der Markt manipuliert werde, da dabei vor allem Kleinanlegern erhebliche Verluste drohten.

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Roegele räumte ein, die Bafin hätte besser darüber informieren müssen, dass das Leerverkaufsverbot kein Gütesiegel für Wirecard sei. In den Augen vieler Anleger bestärkte dieses Verbot den Eindruck, Wirecard sei lediglich Opfer einer gezielten Attacke. Es ist möglich, dass der mutmaßliche Milliardenbetrug dadurch später auffiel.

Wirecard hatte im vergangenen Sommer ein Bilanzloch von 1,9 Milliarden Euro eingestanden. Der mutmaßliche Betrug war offenbar über Jahre weder Wirtschaftsprüfern noch Finanzaufsicht aufgefallen.

© dpa-infocom, dpa:210326-99-981980/2


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