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Ausnahmezustand in Bayern wegen Coronavirus

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Leeres Klassenzimmer
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Ein leeres Klassenzimmer. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild Foto: dpa

München (dpa/lby) - Wegen der Corona-Pandemie beginnt heute in Bayern eine Zeit, die es so noch nie gab: Für die kommenden fünf Wochen bleiben im ganzen Land alle Schulen, Kindertagesstätten und Krippen geschlossen. Die Staatsregierung hat außerdem weitreichende Auflagen für den Besuch von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen verhängt.


Auch sind ab dem Morgen strenge Kontrollen an der Grenze zu Österreich geplant. So soll eine rasante Ausbreitung des Coronavirus verhindert und die Zahl der Infizierten und Toten kleingehalten werden. Im Freistaat ist inzwischen bei Hunderten Menschen Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, betroffen ist vor allem Südbayern.

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Um 10.00 Uhr soll es eine Pressekonferenz mit Ministerpräsident Markus Söder, Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) zu den Auswirkungen der Coronavirus-Infektionen in Bayern geben. Wie am Sonntag bekanntwurde, plant die Staatsregierung unter anderem weitgehende Schließungen von Begegnungsstätten wie Bars und Schwimmbädern sowie Einschränkungen in der Gastronomie und für Geschäfte. Die Pressekonferenz wird ausschließlich als Live-Stream übertragen auf www.bayern.de, Facebook, Youtube und Instagram.

Faktisch sind bis zum 20. April alle Bildungseinrichtungen dicht. Das gilt auch für Privat- und Berufsschulen. Bayernweit gibt es nach Angaben der Staatsregierung rund 6000 Schulen und etwa 9800 Kitas.

Damit Kinder betreut werden können, sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber nach dem Willen der Staatsregierung Lösungen finden wie Homeoffice und flexible Arbeitszeiten - und Eltern sonst im Zweifel Urlaub nehmen oder Überstunden abbauen. Es soll aber auch Notgruppen für Kinder geben, deren einzig verfügbare Betreuungsperson etwa in medizinischen Bereichen oder bei Hilfsorganisationen arbeitet.

Weil alte Menschen zur Hauptrisikogruppe zählen, sollen Großeltern ihre Enkel ausdrücklich nicht betreuen. Deswegen ist auch das Besuchsrecht für Angehörige in Alten- und Pflegeheimen deutlich eingeschränkt. Nur in Ausnahmen dürfen Eltern zu ihrem Nachwuchs in eine Kinderklinik.

Ähnliche Regelungen gelten für andere Krankenhäuser. Um sich auf hohe Krankheitsraten vorzubereiten, sollen Kliniken mehr Kapazitäten schaffen. Nicht zwingend notwendige Operationen werden verschoben.

Ministerpräsident Söder hatte die verhängten Maßnahmen als »echt schwere Bewährungsprobe« bezeichnet. Ob sie verlängert werden müssen, steht noch nicht fest und soll fortlaufend evaluiert werden.


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