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Allianz startet Umbau von Industrieversicherungstochter

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Fahnen mit dem Logo der Allianz. Foto: Andreas Gebert/dpa/Archivbild Foto: dpa

München (dpa) - Europas größter Versicherer Allianz will seine angeschlagene Industrieversicherungstochter AGCS mit einem gründlichen Umbau bis 2024 wieder auf Kurs bringen. »Die neue AGCS wird in unseren Zielsegmenten Marktführer sein«, kündigte der neue Spartenchef Joachim Müller am Mittwoch an. »Wir erwarten ab 2021 eine deutliche Profitabilitätsverbesserung unseres versicherungstechnischen Ergebnisses und streben den vollständigen Turnaround und die Transformation unseres Unternehmens bis 2024 an.«


Die Allianz schreibt bei der AGCS seit Längerem rote Zahlen. 2019 fuhr die Sparte einen operativen Verlust von 284 Millionen Euro ein. Die Beitragseinnahmen reichten bei Weitem nicht aus, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken: So lag die kombinierte Schaden-Kosten-Quote mit 112,3 Prozent weit über der kritischen 100-Prozent-Marke und damit im roten Bereich. An diesem Punkt will Müller nun kräftig schrauben.

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Künftig soll die AGCS bei Abschluss und Kalkulation von Versicherungsverträgen mit Unternehmen »fachliche Exzellenz« vor Geschäftswachstum stellen. Zudem will Müller die Zahl der regionalen Einheiten von sieben auf sechs reduzieren und das Geschäft verstärkt zentral managen. Die einzelnen Regionen sollen sich vor allem auf den Vertrieb konzentrieren. Dazu kündigte er auch mehrere Wechsel im Regionalmanagement an.

Nach der Neuausrichtung soll sich AGCS weiterhin auf die Versicherung komplexer Risiken für große Konzerne konzentrieren, aber auch Deckungen für Luftfahrt, Schifffahrt und Großveranstaltungen anbieten. Vor allem in den USA plant der Versicherer weiterhin auch Angebote für mittelgroße Unternehmen. Dort war AGCS zuletzt aus verlustbringenden Geschäftsfeldern ausgestiegen.


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