AfD-Vize: Partei rutscht nach Meuthen nicht nach rechts

Gerd Mannes
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Bayerns AfD-Vize Gerd Mannes beim bayerischen Landesparteitag. Foto: Daniel Karmann/dpa/archivbild Foto: dpa

München/Berlin (dpa/lby) - Der Rückzug von AfD-Chef Jörg Meuthen wird die Partei nach Ansicht des bayerischen Landes-Vize Gerd Mannes nicht weiter radikalisieren. Er sehe nicht, dass die Partei weiter nach rechts verrutschte, sagte der Landtagsabgeordnete am Dienstag vor Journalisten in München. Die AfD arbeite seit ihrer Gründung »mit viel Enthusiasmus« aber ohne entsprechende Strukturen, weshalb es nach wie vor »viele Kinderkrankheiten« gebe. Tatsache sei aber auch, dass die Partei nicht mit Leuten weiterkomme, »die rumpöbeln« und nicht auf der freiheitlich demokratischen Grundordnung ständen.


Wenn neue Mitglieder in die Partei eintreten, könne man nicht in deren Köpfe schauen, betonte Mannes. Das bedeute, dass man sich im Anschluss aber auch bei denen um einen Parteiausschluss bemühen müsse, die sich nicht auf der Grundordnung der Partei bewegten.

Mit Blick auf Meuthen sagte Mannes, dieser habe lange an der Spitze der AfD gestanden und viel für die Partei geleistet. Vielleicht habe ihm aber - bei aller berechtigten Kritik auch in die Partei hinein - auch das Fingerspitzengefühl und die Geduld gefehlt.

Meuthen hatte am Montag seinen Rückzug von der Parteispitze verkündet. Er wolle bei der turnusmäßig anstehenden Neuwahl des Parteivorstandes im Dezember nicht mehr als Vorsitzender kandidieren, schrieb der 60-Jährige in einem Rundschreiben an die AfD-Mitglieder. Meuthen hat in den vergangenen zwei Jahren für einen gemäßigteren Kurs der AfD plädiert. Damit hat er sich Feinde gemacht, vor allem in der Rechtsaußen-Strömung der AfD.

© dpa-infocom, dpa:211012-99-569536/2


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