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15. Coronavirus-Fall: Das Kabinett berät über Prävention

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Einen Monat nach dem ersten Coronavirus-Fall in Deutschland droht nun der gesamten Republik eine Epidemie. Die Behörden sind alarmiert, in Bayern kommt das Kabinett eigens dafür zusammen.


München (dpa/lby) - Nach Bekanntwerden des 15. Coronavirus-Falls in Bayern und wegen der steigenden Zahl neuer Erkrankungen auch andernorts in Deutschland kommt am Freitag (11.00 Uhr) die Staatsregierung zusammen. In der Staatskanzlei in München wollen sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und mehrere Minister in einem eigens wegen der Lungenkrankheit Covid-19 einberufenen Kabinettsausschuss über die Lage im Freistaat und den anderen Bundesländern austauschen. An der Sitzung nehmen auch der Präsident des Robert Koch-Institutes (RKI), Lothar Wieler, und der Leiter des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, teil.

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Im Fokus der Sitzung steht unter anderem die Frage, wie der Freistaat auf eine möglicherweise bevorstehende Ausbreitung vorbereitet ist. Dabei geht es etwa um vorhandene Kapazitäten von geeigneten Quarantänebetten in Kliniken. Nachdem in mehreren Bundesländern neue Erkrankungen nachgewiesen wurden, sieht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Deutschland »am Beginn einer Corona-Epidemie«.

Am Donnerstagabend hatte das bayerische Gesundheitsministerium mitgeteilt, dass es einen neuen Fall im Freistaat gebe. Es handelt sich demnach um einen Mann aus Mittelfranken, der in Deutschland Kontakt mit einem Italiener hatte. Dieser war nach seiner Rückkehr nach Italien positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Das Virus kann die Erkrankung Covid-19 auslösen. Das Gesundheitsamt habe begonnen, Kontaktpersonen zu ermitteln. Details sollten am Freitag bei einer Pressekonferenz nach dem Ministertreffen veröffentlicht werden.

Dann könnte auch die Frage beantwortet werden, welche Folgen in Bayern die Infektionen dreier Menschen aus Baden-Württemberg haben. Sie sind Teil einer Gruppe von Geschäftsreisenden, die vom 19. bis 21. Februar an einem Business-Meeting in München teilgenommen hatten.

Wegen eines anderen Patienten aus dem Südwesten, einem 25-Jährigen aus Göppingen, schickte das Gesundheitsamt in Neu-Ulm schon vier Leute in häusliche Quarantäne. Sie hatten vor Tagen mit dem Mann eine Kinovorstellung besucht. Das Landratsamt geht davon aus, dass insgesamt acht Kinobesucher in unmittelbarer Nähe des Erkrankten saßen und gefährdet sind. Nach den anderen vier wird noch gesucht.

Im Kabinettsausschuss sind Gesundheitsministerin Melanie Huml, Innenminister Joachim Herrmann, Staatskanzleiminister Florian Herrmann, Sozialministerin Carolina Trautner, Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (alle CSU), Kultusminister Michael Piazolo und Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert (beide Freie Wähler).

In Bayern war Ende Januar der erste Coronavirus-Fall in Deutschland nachgewiesen worden. Zwischenzeitlich waren im Freistaat 14 Menschen mit dem neuartigen Erreger infiziert, sie alle haben die Krankenhäuser inzwischen wieder verlassen. Nach ersten Erkenntnissen gibt es keinen Zusammenhang zu dem neuen Fall aus Mittelfranken.

Die meisten Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik unter anderem mit Frösteln und Halsschmerzen oder sogar überhaupt keine Symptome. 15 von 100 Infizierten erkranken aber laut RKI schwer. Dann drohen Atemprobleme oder eine Lungenentzündung.


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