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Zwölf Verkehrstote im vergangenen Jahr im Kreis Traunstein

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Jeweils zehn bis 20 Verkehrstote waren in den vergangenen Jahren zu beklagen. (Grafik: Polizei)

Traunstein – Bei und nach Unfällen auf den Straßen im Landkreis Traunstein kamen im vergangenen Jahr insgesamt zwölf Verkehrsteilnehmer ums Leben. Damit ergab sich ein Rückgang. 2017 waren 16 Getötete zu beklagen. Die Verkehrsbilanz war Teil des Sicherheitsberichts 2018 für den Landkreis Traunstein, den Polizeipräsident Robert Kopp Landrat Siegfried Walch übergab.


Besonders tragisch war im vergangenen Jahr ein Unfall in Waging. Am 8. August wollten ein 15- und ein Zwölfjähriger, die auf einer Gemeindestraße unterwegs waren, eine Staatsstraße überqueren, um dann auf der anderen Seite im Kies neben der Fahrbahn zu driften. Die beiden – der 15-Jährige war hinter dem Zwölfjährigen unterwegs – fuhren an die Staatsstraße heran. Während der 15-Jährige bemerkte, dass sich ein vorfahrtsberechtigtes Fahrzeug auf der Staatsstraße näherte, und stehen blieb, übersah der Zwölfjährige dieses Auto – vermutlich weil die Sicht durch Bäume eingeschränkt war. Der Wagen erfasste den Buben, der Zwölfjährige starb am folgenden Tag im Krankenhaus (zum damaligen Bericht).

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Die Zahl der Toten, die auf den Straßen im Landkreis Traunstein pro Jahr ums Leben kommen, liegt, wenn man den Zeitraum 2009 bis 2018 betrachtet, im Bereich zwischen zehn und 20. In seinen Erläuterungen zur Unfallbilanz sagte Kopp unter anderem, insbesondere »ungeschützte Verkehrsteilnehmer« seien im Straßenverkehr »sehr gefährdet«. So seien im vergangenen Jahr drei Fußgänger und zwei Radfahrer getötet worden.

Wie vielerorts nimmt der Verkehr auch im Landkreis Traunstein immer weiter zu. Rund 174.000 Fahrzeuge sind gemeldet. Zur Verfügung stehen 3022 Kilometer Straße: 23 Kilometer auf einer Autobahn, 163 auf Bundes-, 218 auf Staats-, 379 auf Kreis- und 2239 Kilometer auf Gemeindestraßen.

Im Zeitraum von 2009 bis 2018 hat die Polizei stets 4000 bis 5000 Unfälle pro Jahr aufgenommen – Tendenz langfristig steigend. In den vergangenen drei Jah- ren erfassten die Beamten 5030 (2016), 5280 (2017) und 5167 (2018) Zusam- menstöße und andere Unglücke. Die Zahl der Verletzten: 1207 (2016), 1241 (2017) und 1216 (2018).

Zu den Unfällen im vergangenen Jahr: Wie auch 2017 so war auch 2018 die Ursache in den meisten Fällen ein Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie Ein- und Ausfahren. Solche Unachtsamkeiten führten im letzten Jahr in 1319 Fällen (2017: 1431) zu Unfällen.

Nach wie vor halten sich viele Autofahrer nicht an das vorgeschriebene Tempolimit – was immer wieder verheerende Folgen hat. So war die Geschwindigkeit im vergangenen Jahr in 354 Fällen (2017: 375) die Unfallursache. Der Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd betonte, dass die Beamten auch weiterhin Präsenz auf und an den Straßen zeigen werden. Ge- schwindigkeitskontrollen hätten, wie Kopp betonte, »nichts mit Abzocke zu tun«, sie seien vielmehr nötig, um Raser zur Vernunft zu bringen.

»Besonders bitter sind Unfälle mit Kindern«, sagte Walch. Der Landrat appellierte an die Eltern, zum Kindergarten und zur Schule vorsichtig zu fahren und nicht nur ein wachsames Auge auf das eigene Kind zu haben, das im Auto sitzt. pü

 

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