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Zwölf Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert

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Bei der Einweihungsfeier überreichte der Traunsteiner Oberbürgermeister Manfred Kösterke Bayerns Umweltminister Marcel Huber ein Buch über die Stadt Traunstein. Weitere Bilder von der Einweihung finden Sie im Internet unter www.traunsteiner-tagblatt.de/Fotos. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. Fast 15 Jahre lang ist in Traunstein der Hochwasserschutz geplant, ausgebaut und erfolgreich umgesetzt worden. Im vergangenen Jahr konnten die Maßnahmen, die von 1999 bis ins vergangene Jahr hinein in zwei größeren Abschnitten durchgeführt wurden, beim Hochwasser im Frühsommer ihre Feuertaufe bestehen. Gestern fand mit der Einweihungsfeier der offizielle Abschluss der Maßnahme statt, die insgesamt rund zwölf Millionen Euro kostete.


Zum Festakt in einem Pavillon an der Traun gegenüber des Traunsteiner Schwimmbads waren geladene Gäste aus der Kommunal- und Landespolitik, Planer und Vertreter der ausführenden Firmen gekommen. Aber auch Anwohner waren da. Hauptredner war Bayerns Umweltminister Marcel Huber, der sich freute mitteilen zu können, dass »die Gefahr für die Bürger in Traunstein nun weitgehend gebannt ist«.

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Der Leitende Baudirektor vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein, Walter Raith, sagte, dass mit dem erfolgreich fertiggestellten Projekt »Traunstein Süd« nun ein Schlussstein im Hochwasserschutz der Stadt gesetzt worden sei. Die Investitionen hätten sich für Traunstein schon im vergangenen Jahr, bei der Feuertaufe, bezahlt gemacht. Ausdrücklich lobte er die gute Zusammenarbeit, die in dem Projekt zwischen den Behörden bestanden hätte.

Marcel Huber blickte in die Geschichte der Stadt Traunstein zurück und nannte das Wasser beziehungsweise die Lage an der Traun eine »Grundlage des Wohlstandes für die Stadt Traunstein«. Den positiven Aspekten stünden aber auch Bedrohungen gegenüber, die die Kraft des Wassers beispielsweise im vergangenen Jahr gebracht habe. Er sprach von einem mühsamen Weg in den vergangenen 15 Jahren. Es habe gegolten, einen hohen Planungsaufwand und keine leichte Ausführung zu überwinden.

Nach den im Zeitraum von 1999 bis 2005 umgesetzten Maßnahmen vom Viadukt bis zum Traunsteiner Wehr sind mit den nun abgeschlossenen Baumaßnahmen das Flussbett abgesenkt und verstärkt sowie Deiche errichtet worden. Nun könne man den erfolgreichen Abschluss feiern, die Stadt sei vor einem 100-jährlichen Hochwasser gesichert. Kostenpunkt: Über zwölf Millionen Euro, die sich der Freistaat Bayern und die Stadt Traunstein im Verhältnis 60:40 aufgeteilt hätten.

»Dieses Geld ist bestens angelegt für die Sicherheit der Menschen und dem Schutz vor materiellen Schäden«, sagte der Umweltminister. Das Projekt sei in mehrfacher Hinsicht gelungen. So habe man durch den Ausbau auch verbesserte Naherholungsmöglichkeiten für die Bevölkerung geschaffen. Auch gebe es verbesserte Bedingungen für Fische und andere Flusslebewesen. Daneben sei die Wasserkraft ausgebaut worden, so Huber.

Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke betonte, Traunstein habe in seiner Geschichte immer schon mit Hochwasser zu kämpfen gehabt, die Traun sei ein Gebirgsfluss, der schnell ansteige und über die Ufer trete, um sich Platz zu schaffen. Deshalb seien auch schon vor Jahrzehnten Schutzmaßnahmen ergriffen worden. Bereits in den Jahren 1999 bis 2005 habe man den Hochwasserschutz für das Stadtgebiet vom Viadukt bis zum Traunsteiner Wehr auf 1,5 Kilometer Länge errichtet. Eine offene Flanke stellte danach der Traunsteiner Süden dar.

2010 wurde mit dem »Hochwasserschutz Traunstein Süd« begonnen, dessen Abschluss man nun nach über dreijähriger Bauzeit feiern könne. Insgesamt wurden über 50 neue Bauwerke errichtet. Der Hochwasserschutz Traunstein-Süd wurde nun auf einen Pegelstand von 3,50 Metern ausgelegt, was der Marke eines hundertjährlichen Hochwassers entspricht, wobei ein Klimazuschlag von 15 Prozent mit eingebaut wurde. Nun würden vor allem die Wohn- und Gewerbegebiete in den Bereichen Mühlwiesen, Daxerau, Haslacher Mühle und Seiboldsdorf profitieren, in der Unteren Stadt in Traunstein sinke das Risiko.

»Jeder Cent, der in den Hochwasserschutz investiert wird, lohnt sich«, so das Stadtoberhaupt, das dem Umweltminister aber trotz der großen erfolgten Maßnahmen gleich ein Bündel an ungelösten Teilbereichen mitgab. So seien in Kaltenbach, nördlich des Viadukts, im Bereich der Kleingartenanlagen und an der Kläranlage in Empfing weiterhin Stellen, wo es Handlungsbedarf gäbe.

Die ökumenische kirchliche Segnung der Maßnahme nahmen die beiden Geistlichen Stadtpfarrer Georg Lindl und Dekan Peter Bertram vor. Am Beispiel der neutestamentlichen Geschichte in der Jesus auch im Sturm auf dem See Genezareth Herr über die Naturgewalten ist, betonten sie, dass die Menschen wissen dürften, dass sie auch in der Not nicht alleine seien, und auf Gottes Beistand hoffen dürften. awi