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Zwischen Urlaubsflieger und »One-Man-Band«

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Die »One-Man-Band« Max Kern ist am morgigen Donnerstag bei den Filmtagen im Waginger Kurpark live zu erleben. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Wenn Max Kern Musik macht, hört es sich an, als stünde eine ganze Band auf der Bühne. Der gebürtige Unterwössner ist eine »One-Man-Band«.


Er singt, begleitet sich selbst an der Gitarre und betätigt nebenbei Mundharmonika, Tambourin, Cajon, Snare (eine Art Trommel) und das »Hi hat«, ein Schlagzeugteil.

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Hauptberuflich ist er Pilot und Fluglehrer bei der Lufthansa – vor allem Letzteres ein Job, bei dem man gute Nerven braucht: »Da gibt es schon Situationen«, schmunzelt er, »wo man abends mal ein Bier braucht.« Kern wohnt mit Frau und den zwei Buben in Traunreut – wenn er nicht gerade in Bremen weilt, von wo aus er ganz Europa anfliegt. In seiner knapp bemessenen Freizeit ist er musikalisch unterwegs: Dabei schafft er es mittlerweile auf bis zu 60 Auftritte im Jahr – einschließlich solch exotischer »Gigs« wie etwa im Robinson-Club auf Fuerteventura.

Max Kern hat sich in den vergangenen gut drei Jahren ein umfassendes Repertoire an Songs und einen guten Ruf als Musiker mit Schwerpunkt auf eher älteren Liedern aufgebaut. Sein aktuelles Programm umfasst Lieder von Cat Stevens, Beatles, Simon & Garfunkel, STS, Sportfreunde Stiller und auch eigene Songs. Schon vergangenes Jahr war er auch bei den Filmtagen in Waging zu Gast – der Kontakt zu Organisator Günter Wimmer besteht schon, seit Kern 2014 als Vorband bei Wimmers »Guten A-Band« engagiert war. Wimmers Hauptband Die Springer waren für ihn schon seit langem Vorbilder.

Kern hatte zehn Jahre Klavierausbildung, was für ihn allerdings eher eine Last als ein Vergnügen war, erinnert er sich. Zur Konfirmation habe er dann aber das sehnlichst erwünschte Schlagzeug bekommen. In den Folgejahren wurde er Mitglied einer Band, die vor allem Coversongs spielte, aber auch einige selbstverfasste Lieder im Programm hatte. Bei den Proben kam er mit der Gitarre in Berührung – zuerst nur mit den »drei wichtigsten Griffen«. Sein Spektrum erweiterte sich, als er eine Sängerin kennenlernte, mit der er häufig im Duett auftrat.

Beruflich ist er von Montag bis Freitag, manchmal auch bis Samstag, in Bremen. Der Heimflug dauert zwar nur eine Stunde, aber inklusive An- und Abreise kann die Reise trotzdem bis zu fünf Stunden dauern. So bleibt für die Familie oft nicht viel Zeit. Allerdings ist ein Ende abzusehen. Wenn alles gut geht, könnte er in ein, zwei Jahren zum Standort München wechseln. Dann könnte er noch mehr Musik machen und vor allem mehr Zeit mit seiner Lebensgefährtin und den zwei Buben – Franz, zwei Jahre alt, und Christoph, zehn Jahre alt – verbringen.

In Bremen macht er an den freien Abenden Musik. Er mietete einen Übungsraum, befasste sich intensiv mit der Gitarre und »machte dann auch mit dem Fuß was dazu«: nämlich Rhythmus. Und er fand eine Bar, in der er lange Zeit jeden Donnerstagabend auftrat. Seitdem hat er sich auch in der Heimat einen Namen als »Ein-Mann-Band« gemacht, spielt auf Hochzeiten und anderen privaten Feiern. Heuer war er unter anderem bei der »Nacht der Musik« in Chieming und seinem ersten eigenen Konzert im Nuts in Traunstein zu hören. Auf seiner CD sind fünf Titel, darunter auch der selbstgeschriebene »Until it's done«.

Bei den Filmtagen im Kurpark in Waging am See ist Max Kern am morgigen Donnerstag ab 20 Uhr vor dem Film »Willkommen bei den Hartmanns« zu hören. he