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Zweiter Fluchtweg notwendig

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Übersee. Ortsplanung und Verkehr waren die Kernthemen, über die Übersees »Grünen«-Bürgermeisterkandidat Anton Stefanutti seine Ideen in der jüngsten Wahlveranstaltung vorstellte. Vor rund 40 Besuchern sah er vor allem die Verkehrssituation für Auto-, Fahrrad- und Motorradfahrer sowie Fußgänger am Chiemseeufer als kritisch an angesichts der geplanten über 1000 Parkplätze, besonders im Sommer: »Es wird ein Chaos entstehen und Tote geben.«


Stefanutti verwies auf das Ortsentwicklungskonzept, das von dem früheren SPD-Bürgermeister Franz Gnadl als Zukunftsplanung in zwölf Bereichen schon fertig in der Schublade liege. Statt diesen Weg für eine ganzheitliche Ortsplanung weiter zu verfolgen, seien nur eine Vielzahl von zusammenhanglosen Bebauungsplänen geschaffen worden, kritisierte er. Als Negativbeispiele dieser Entwicklung nannte er den Megabau auf dem ehemaligen Anwesen »Schuster Juli«, die neue Satellitensiedlung am Waldweg und die »Donauer-Häuser« an der Feldwieser Straße.

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Stefanuttis Kritik galt auch dem kontinuierlichen Bestreben, Mini-Grundstücke von 400 Quadratmetern zu schaffen und damit »alles zuzupflastern«. Hier gelte es Kompromisse zu finden zwischen den berechtigten Wünschen junger Familien für bezahlbaren Wohnraum und dem Ziel, den Charakter des Ortes zu erhalten.

Eine »lebensgefährliche Situation« sagte Stefanutti wegen des seiner Meinung nach fehlenden Verkehrskonzeptes für die Julius-Exter-Promenade am Chiemseeufer an heißen Sommertagen voraus: »Über 1000 neue Parkplätze und nur eine Zufahrtstraße, das kann nicht gut gehen.«

Laut Stefanutti wären Parkflächen parallel zur Autobahn und ein Zubringer-Bus von dort zum Chiemseeufer und Strandbad der bessere Ansatz gewesen. Allerdings räumte er bei dieser Lösung auch Hürden ein, da sich der Bereich in privatem Besitz befinde. In der Diskussion zu diesem Thema forderten einige Bürger unbedingt einen zweiten Fluchtweg für die Straße entlang des Chiemseeufers.

Ausführlich diskutiert wurde über das lang ersehnte Alten- und Pflegeheim in Übersee mit seiner wechselvollen Vorgeschichte. Auf die Frage, wie er dieses Dauerthema lösen wolle, bekannte sich Stefanutti zu einer vorrangigen genauen Prüfung, welche Modellformen der Betreuung für Übersee richtig seien. Auf jeden Fall sollte das Haus um die 40 Betten und eine integrierte Tagespflege haben und nicht auf der »Beste Wiese« angesiedelt werden. Denkbar sei für ihn ein Betrieb des Hauses unter kommunaler Federführung.

Zur Vorstellung ihrer Person und ihrer politischen Ziele nutzten die Veranstaltung auch der »Grünen«-Landratskandidat Sepp Hohlweger sowie die Kreistagskandidaten Margarete Winnichner und Josef Stöttner.

Die Schlussveranstaltung zur Wahl gestalten die »Vier-Parteien« (»Grüne«, Bayernpartei, SPD und die »Aktion Demokratie für Übersee«) unter dem Motto »Info zur Wahl« am heutigen Dienstag um 19.30 Uhr im Wirtshaus D' Feldwies. Dabei wird der gemeinsame Bürgermeisterkandidat Stefanutti Fragen beantworten. bvd