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Zweite Zufahrt zur Traunfeld-Siedlung gefordert

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Die Bewohner der Wohnsiedlung Traunfeld in Stein an der Traun fordern im Falle einer Erweiterung der Wohnsiedlung eine zweite Erschließungsstraße. Das bekräftigen 95 Prozent der Bewohner mit ihrer Unterschrift. Am Montag hat Roland Mittermeier (links) die Unterschriftenliste mit einem Begleitschreiben, in dem die Notwendigkeit einer zusätzlichen Zu- und Abfahrt begründet wird, in Beisein von Siedlungsbewohnern an Bürgermeister Klaus Ritter überreicht. (Foto: Gabi Rasch)

Traunreut – Sollte sich der Stadtrat über die Köpfe der Bewohner der Traunfeld-Siedlung in Stein an der Traun hinwegsetzen und die geplante Erweiterung der Siedlung um zwei Häuserzeilen ohne eine zweite Erschließungsstraße ausweisen, werden die Anlieger alles Erdenkliche unternehmen, um eine Bebauung zu verhindern. Das betonten Vertreter der Bürgerinitiative, die am Montag an Bürgermeister Klaus Ritter eine Liste mit knapp 270 Unterschriften und ein sechsseitiges Begleitschreiben überreichten. »Wir werden uns mit aller Kraft dafür einsetzen, dass eine zweite Zu- und Abfahrt geschaffen wird«, sagte Roland Mittermaier als einer der Sprecher der Unterschriftenaktion.


Die Bewohner forderten Bürgermeister Klaus Ritter auf, zeitnah eine Bürgerversammlung zu diesem Thema sowie eine Verkehrsschau zur Hauptverkehrszeit im Beisein des Straßenbaumtes Traunstein, des Verkehrsreferenten Roger Gorzel , der Polizei und des gesamten Stadtrats anzusetzen. Nach Angaben von Mittermeier sollen auch alle Stadträte das der Unterschriftenliste beiliegende Begründungs- und Forderungsschreiben erhalten, damit jeder den gleichen Informationsstand habe. In dem Schreiben erklären die Unterzeichnenden, dass sie einer Erweiterung des Wohngebietes grundsätzlich positiv gegenüberstünden. Sie fordern aber eine zweite Erschließungsstraße. »Sollte keine zweite Ein- und Ausfahrt möglich sein, so sprechen wir uns gegen eine Bebauung von Traunfeld 3 aus.« Eine Vielzahl von Gründen, die in dem Schreiben aufgeführt werden, spreche nach Ansicht der Anlieger für eine zweite Erschließungsstraße.

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Wie berichtet, wurde das Thema bereits im Rahmen der Informationsveranstaltung der Freien Wähler unter dem Motto »Wo drückt der Schuh?« diskutiert. Sollten, wie vom Stadtrat beschlossen, die neuen Häuser über die Bahnhofstraße erschlossen werden, wäre nach Ansicht der Siedlungsbewohner ein Verkehrschaos vorprogrammiert. In dem Wohngebiet herrsche schon jetzt ein erhebliches Verkehrsaufkommen. Außerdem würden die Bahnhof- und Traunfeldstraße bis zur Querstraße Graf-Törring-Straße ohnehin nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen. Die Straßen seien auch durch die im Lichtraum der Straße installierten Straßenbeleuchtungsmasten viel zu eng und würden über keinen Bürgersteig verfügen. Durch unübersichtliche Kurven steige schon jetzt das Gefahrenpotential enorm, vor allem für Kinder und ältere Menschen, die auf eine Gehhilfe angewiesen seien. Diese und viele weitere Gründe, wie die Belastung des Bahnübergangs bei der Firma Neuhauser als einzige ehr enge An- und Ausfahrt zur gesamten Traunfeldsiedlung, sprechen in den Augen der Siedlungsbewohner für eine zusätzliche Erschließungsstraße.

95 Prozent der Siedlungsbewohner – die Siedlung besteht aus 86 Häusern – haben unterschrieben. Bürgermeister Ritter bedankte sich bei den Vertretern der Bürgerinitiative zunächst fürs Kommen. Er teile die Sorge der Bürger, die hier kundgetan werde, sagte Ritter. »Ich muss das akzeptieren und tue das auch sehr gerne.« Gleichzeitig appellierte er an die Geduld der Siedlungsbewohner. Zum jetzigen Zeitpunkt sei alles noch offen, es könne nur ein Schritt nach dem anderen erfolgen. Mehrfach sagte er zu, den Stadtrat über die Sorgen und Nöte der Bürger zu informieren und die Fakten vorzulegen.

Fakt ist, dass eine zweite Erschließung nur über die Bahnlinie möglich wäre. Eine Unterführung schloss Ritter aus Kostengründen (rund eine Million Euro) von vorneherein aus. Man wolle aber mit der Bahn sprechen, ob die Möglichkeit eines bodengleichen Bahnüberganges südlich der geplanten Wohnbaubebung möglich sei. Außerdem soll im bestehenden Wohngebiet eine Verkehrszählung durchgeführt werden. Die Gespräche und Untersuchungen könnten aber dauern. »Bis wir da durch sind, kann ein halbes Jahr vergehen«, klärte Ritter auf. Er verschwieg aber auch nicht, sollte sich keine Lösung für eine zweite Erschließungsstraße auftun, würde die Entscheidung beim Stadtrat liegen, trotzdem zu bauen.

Dieses gilt es für die Bürgerinitiative mit aller Macht zu verhindern. »Wir fordern eine zweite Erschließungsstraße, ansonsten lehnen wir die geplante Bebauung ab«, betonte Mittermeier. Auf Nachfrage bestätigte Ritter, dass sich das Grundstück nicht im Besitz der Stadt Traunreut befindet. »Ich kauf´ des doch ned«, sagte er. Das Grundstück gehöre der Schlossbrauerei Stein Wiskott GmbH & Co KG, die an die Stadt Traunreut herangetreten sei, Bauland für etwa 16 Einzelhäusern und zwei Mehrfamilienhäuser auszuweisen. ga