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Zweite Festnahme nach Leichenfund bei Schnaitsee

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Die Polizei verhaftete am Donnerstag einen 19-Jährigen. Dieser war mit dem Sohn der Getöteten befreundet.

Schnaitsee – Eine zweite Festnahme gab es nach dem Fund einer in einem Waldstück vergrabenen Frauenleiche bei Altenöd. Nach dem 20-jährigen Sohn des Opfers nahm die Polizei am Donnerstag auch einen 19-jährigen Bekannten des jungen Mannes fest. Inzwischen steht eindeutig fest, dass es sich um ein Gewaltverbrechen handelt.


Update 24.11.2017, 18.35 Uhr: Die Polizei hat mitgeteilt dass der Haftbefehl gegen den 19-jährigen nach Vorführung beim Amtsgericht Traunstein unter Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde.

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Unmittelbar nach dem Fund der Leiche am Mittwochnachmittag nahm die Kriminalpolizei umfangreiche Ermittlungen auf. Wie bereits berichtet, konnte am späten Donnerstagnachmittag bereits der Sohn des Opfers, eine 53-jährige Frau aus Altenmarkt, die bereits seit Mitte September vermisst worden war, festgenommen werden. Nur wenig später wurde auch ein 19-Jähriger aus dem Landkreis Traunstein verhaftet, der mit dem 20-Jährigen befreundet ist.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein erließ der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Traunstein gegen den 20-Jährigen Haftbefehl, der junge Mann wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Bezüglich des 19-Jährigen lag bis Redaktionsschluss noch kein Ergebnis vor.

Die Leiche der 53-jährigen Frau war am Mittwochnachmittag von Kindern in einem Waldstück gefunden worden. Noch am selben Abend und vor allem im Verlauf des Donnerstags übernahmen Einsatzkräfte verschiedenster Dienststellen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, der Bereitschaftspolizei, des Landeskriminalamtes sowie der Polizeiinspektion Spezialeinheiten Südbayern die Ermittlungen. Experten der Spurensicherung der Kripo Traunstein und Mühldorf hatten in Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtsmedizin die schwierige Aufgabe, den Fundort im Wald akribisch zu untersuchen und die Leiche vorsichtig zu bergen, um keine Spuren zu verwischen. Zudem musste eine Fülle an möglichem Spurenmaterial dokumentiert und gesichert werden. Hierzu kamen auch erstmals im Bereich der Kripo Traunstein Polizei-Drohnen zum Einsatz, die das Gelände detailgetreu von oben ablichten konnten. Mittels 3-D-Fotografie wurde zudem der Fundort für eine spätere digitale Rekonstruktion dokumentiert.

Durch die Erkenntnisse der Tatortarbeit und der Gerichtsmedizin wurde als Todesursache eindeutig ein Gewaltverbrechen festgestellt. Parallel gelang es der mittlerweile installierten »Ermittlungsgruppe Schonung« der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein, Indizien für einen Tatverdacht gegen den 20-jährigen Sohn der getöteten Frau zu sammeln. Dieser wurde am Donnerstagnachmittag in seinem Auto in Altenmarkt von den Beamten angetroffen und ließ sich widerstandslos festnehmen. In einer ersten Vernehmung räumte der 20-Jährige die Tat ein.

Im Laufe der Ermittlungen ergaben sich Hinweise, dass ein weiterer Mann an dem Gewaltverbrechen beteiligt war. Es handelt sich um einen 19-jährigen Bekannten des Sohns. Auch dieser wurde noch am Donnerstag von der Polizei verhaftet.

Laut Polizei ist das Verbrechen an der 53-Jährigen in vieler Hinsicht außergewöhnlich. Über den genauen Tatablauf und das Motiv können die Beamten derzeit noch nichts sagen, dies bedarf noch weitere umfangreiche Ermittlungen und wochenlange Spurenuntersuchungen. Fest steht bislang nur, dass die Frau bereits Mitte September in ihrer Wohnung umgebracht wurde. jar

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