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Zwei Vollblutmusiker rockten das Zirkuszelt

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Alex Diehl ist ein Unikat mit einer gewaltigen Stimme.
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Deutschrocker Tobi Regner überzeugte seine Fans im Zirkuszelt in Waging. Mehr Fotos finden Sie auf unserer Internetseite www.traunsteiner-tagblatt.de (Fotos: Sojer)

Waging am See – Gleich zwei einheimische Künstler eröffneten das vierte »Zeltln«-Festival in Waging am See: Der erfolgreiche Newcomer Alex Diehl und Rocksänger Tobias Regner, der Gewinner bei »Deutschland sucht den Superstar« im Jahr 2006. Persönlich getroffen hatten sich die beiden Künstler vorher noch nie, wussten aber über das musikalische Repertoire des anderen sehr wohl Bescheid.


Tobi Regner, mittlerweile Deutschrocker, machte mit seinen Liedern wie »Dieser Tag«, »Was mich atmen lässt«, »Foto«, »Endlich frei«, »Doppelter Boden« oder »Mal kurz unsterblich« einen Streifzug durch seine letzten drei veröffentlichten Alben. Auch zwei neue Songs, die im nächsten Jahr herauskommen, stellte er dem Publikum vor, um vorab schon mal deren Feedback zu bekommen – er bekam welches, und nach den Jubelschreien zu urteilen, ein äußerst positives. »Ihr seid der echte Wahnsinn«, verabschiedete sich Tobias Regner vom Publikum – bevor er das Zepter an den Hauptakteur weiterreichte.

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»Ich bin so aufgeregt wie nie«

»Ich bin so aufgeregt wie nie«, sagte Alex Diehl. »Es ist schließlich etwas ganz anderes, in der Heimat zu spielen, wo jeder einen von Kindheit an kennt. Ich fühle mich hier mehr oder weniger kritisch beobachtet. Sonst schreien meine Fans nach mir und singen inzwischen schon vorab meine Texte ohne mich.« Dieser »Heimatabend« war für ihn zugleich der 400. Auftritt.

Alex Diehl ist kein Boygroup-Typ, der leichtfüßig auf der Bühne tanzt und dabei dünn ins Mikrofon haucht. Er ist ein echtes Unikat, mit einer unglaublich mächtigen Stimme. Er ist ein Gefühlsmensch, der sich beim Singen öffnet und sich nicht verbiegen lässt. Es steckt ein bisschen Meat Loaf in ihm, und er gibt Botschaften in weichen Tönen und Worten klar und deutlich weiter.

»So fangen Legenden an«

»So fangen Legenden an« präsentierte er als erstes seinen Gästen. In »Dem Sturm entgegen« beschreibt er seine »naive Entscheidung«, Musiker zu werden. Mit »Ein Feuer brennt« beklagte er den sinnlosen Freitod seines Freundes, und prangerte Missstände in der Welt an. Das Lied »Furchtlos« sang er ohne seine sonst so geliebte Gitarre. Alex Diehl schlägt sanfte Töne so stimmgewaltig an, dass mit seinen Songs Balladen wieder völlig neu erlebt werden dürfen. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass man den »Buam«, der nach den Sternen griff, nicht ernst nahm. Von seiner Umwelt wurde er zunächst als ruhiger Spinner belächelt. Sein Weg war steinig und manchmal ging er dabei auch durch die Hölle. Aber es hat sich gelohnt, und der Kindheitstraum wurde für ihn Wirklichkeit: Er ist von Beruf Musiker geworden, mit den besten Aussichten, ganz nach oben zu kommen.

Das Publikum war begeistert von ihrem einstigen Exoten. Und für Alex Diehl war es eine riesige Freude, als er im Publikum seine beiden Omas entdeckte. Diese besuchten sein Konzert zum ersten Mal. Brigitte Sojer