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Zwei Stopp-Schilder für gefährliche Kreuzung

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Gebhard Steinbacher und seine Enkelin Emma überstanden einen schweren Unfall an der Kreuzung am Campingplatz Ortnerhof verhältnismäßig glimpflich. (Foto: Schick)

Ruhpolding – Immer wieder kracht es an der Kreuzung am Campingplatz Ortnerhof. Trauriges Zeugnis dafür sind auch zwei Marterl, die am Wegrand stehen. Gebhard Steinbacher, der vor eineinhalb Monaten zusammen mit seiner Enkelin Emma einen schweren Unfall an der Kreuzung hatte, ließ die unsichere Situation dort keine Ruhe mehr. Auf sein Betreiben hin und durch den Einsatz von stellvertretendem Landrat Josef Konhäuser will die Untere Verkehrsbehörde am Landratsamt Traunstein jetzt tätig werden.


»Wir hatten unwahrscheinliches Glück, wir hätten beide tot sein können«, denkt Gebhard Steinbacher mit einem Schaudern an den 1. Februar zurück. An diesem sonnigen Wintertag war er mit seiner Enkelin beim Skifahren gewesen. Auf dem Nachhauseweg, gegen 15.30 Uhr, rammte ein roter Fiat die Breitseite seines Nissan mit solcher Wucht, dass der Wagen durch die Luft aufs Dach geschleudert wurde, nach gut 30 Metern in eine Baumgruppe krachte und erst dort zum Liegen kam.

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Die siebenjährige Emma blieb weitgehend unverletzt, wohl auch, weil sie noch ihren Skihelm und den Rückenprotektor trug. Sie erlitt aber einen Schock, nach heute plagen sie Albträume und Angstzustände. Gebhard Steinbacher hatte eine Gehirnerschütterung. Noch heute klagt er über Kopfweh-Attacken, die er vorher nicht kannte.

Ihrem Schutzengel darf auch die Unfallverursacherin, eine ungarische Fahrzeuglenkerin, dankbar sein. Zwar erlitt sie einen Unterschenkelbruch, aber angesichts ihres völlig demolierten Autos hätte es viel schlimmer ausgehen können. Zum Unfallzeitpunkt war sie offenbar so abgelenkt gewesen, dass sie die weithin sichtbare Vorfahrt-Regelung komplett übersehen hatte und ungebremst in die Kreuzung raste.

Nicht erst seit diesem Unfall gilt die Kreuzung am Campingplatz als Gefahrenstelle. Was die Kreuzung zum einen so gefährlich macht, sind die beiden Straßen, die die Bundesstraße 305 an dieser Stelle tangieren. Von Süden her die Verbindung zur Rauschbergbahn, sowie direkt gegenüber die Grashofstraße vom Ortsteil Zell kommend. Während die südliche Einfahrt durch ein auffälliges Stopp-Schild gekennzeichnet ist, wurde die nördliche Anfahrt erst im vergangenen Herbst mit einem zweiten Vorfahrt-gewähren-Schild und einer Asphaltmarkierung nachgerüstet. Zusätzlich weist bereits hundert Meter davor ein Hinweisschild mit Entfernungsangabe auf den unfallträchtigen Knotenpunkt hin.

Genug der behördlichen Vorsorge, möchte man meinen. Doch das tückische in diesem Fall ist die querende Bundesstraße 305, die in diesem Bereich nach Süden hin leicht abfällt, sodass sie vom Autofahrer schnell übersehen werden kann. Kommt dann noch eine Portion Unkonzentriertheit dazu, ist ein Unfall nahezu vorprogrammiert. »Da quietschen nicht nur einmal pro Woche die Reifen, wenn wieder einer im letzten Moment eine Vollbremsung hingelegt hat«, bestätigt auch Burgi Bichler vom angrenzenden Campingplatz.

Um die Gefahrenstelle weiter zu entschärfen, wird darum jetzt auch die Untere Verkehrsbehörde am Landratsamt Traunstein tätig. Bis Ende April sollen an der Kreuzung beidseitig zwei Stopp-Schilder sowie eine unterstützende Fahrbahnmarkierung angebracht werden, wie die Leiterin der Behörde, Desiree Bammesberger, bestätigt.

Für Unfallopfer Gebhard Steinbacher bleibt es ein Rätsel, warum man diese Maßnahme nicht schon früher angeordnet hat. Ihm, seiner Enkelin und anderen Geschädigten wäre jedenfalls viel Leid erspart geblieben. ls