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Zwei Neuheiten am Keltengehöft

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In Wirklichkeit wären sich der Kelte und der Römer nie begegnet: Matthias Zierei (links) als Kelte verkleidet lebte im 2. Jahrhundert vor Christus, Josef Schwab als Römer verkleidet lebte im 2. Jahrhundert nach Christus. Die Zeitmaschine macht es möglich, dass sie gemeinsam beim Bedaius-Fest sind. Über ihnen thront der neue Stierschädel, der das Eingangstor des Keltendorfs ziert. (Foto: Müller)

Seeon-Seebruck. Die Vorbereitungen für das vierte historische Bedaius-Familienfest am Keltengehöft Stöffling laufen auf Hochtouren. Die Veranstaltung findet am 3. Oktober von 10 bis 17 Uhr statt. Am Tag der Deutschen Einheit können die Besucher bei freiem Eintritt in die Welt der Kelten, Römer und frühmittelalterlichen Bajuwaren eintauchen und quasi eins werden mit ihren Vorfahren.


Am Eingangstor des Gehöfts wurde ein neuer Stierschädel angebracht. Mit einer »Spannweite« von 120 Zentimetern von Hornspitze zu Hornspitze ist er deutlich imposanter als jenes Exemplar, das die Besucher bisher begrüßt hat. Der Zahn der Zeit habe seit dem Bau des Gehöfts Ende des letzten Jahrhunderts an ihm genagt, »nun musste einfach was Neues her«, sagte Matthias Ziereis von der Tourist-Info. Der Stierschädel stammt aus dem Osten Österreichs. Historisch gesehen ist das gar nicht so abwegig, denn das keltische Königreich Noricum, zu dem auch die hier lebenden Alaunen gehörten, erstreckte sich über weite Teile der heutigen Alpenrepublik.

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Die Gemeindearbeiter Franz Huber und Gerhard Huber stellten im Beisein von Bürgermeister Konrad Glück, »Kelte« Matthias Ziereis und »Römer« Josef Schwab, Geschäftsleiter der Gemeinde, zudem eine wetterfeste Tafel mit einer darauf abgebildeten römischen Familie und sechs kopfgroßen Löchern zum Durchschauen auf. Sie ist 2,5 Meter hoch und 3,75 Meter breit und dürfte einer der Anziehungspunkte beim Fest werden.

Aber auch das abwechslungsreiche Programm beim Fest verspricht beste Unterhaltung. So gibt es alte Handwerke wie das Spinnen, Wolle färben, Weben und Bearbeiten von Leder zu bestaunen. Darüber hinaus zeigen historische Darsteller wie einst Kettenhemden geflochten, Glasperlen gedreht, Salz gesiedet, getöpfert und Salben gekocht wurden. Jung und Alt können sich auch beim Bogenschießen, Kornmahlen und Münzenprägen versuchen.

Angesagt haben sich nicht nur authentisch gewandete Keltengruppen aus Bayern, Hessen und Österreich wie der »Stamm Alauni«, »Hassia Celtica«, »Clan Cuallaidh«, »Touta Nanto En«, »Daru Venia«, »Antumnos« und »Unicate Celtoi«, sondern auch waschechte römische Legionäre von der »Legio II Italica« und der »II Raetischen Cohorte« aus Parkstetten sowie die Römergruppe »Bedaienses« aus Seebruck/Ising. Das Frühmittelalter wird durch »Baios«, den »Bajuwaren von Waging« und »Nors Farandi« vertreten.

Für die Kleinen gibt es ein Kinderprogramm mit Lederbeutelmachen, Anfertigen von keltischen Kraftstäben, einem Limeswürfelturm und Ponyreiten auf Islandpferden vom »Bertlhof«. Eine weitere Attraktion ist das Schießen mit einem römischen Pfeilkatapult. mmü