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Zwei neue Engel in Kammer

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Mesner Gottfried Wolf (von links), der bisherige Kirchenpfleger Albert Drechsler und sein Nachfolger Peter Forster freuen sich über die neuen Engel in der Kammerer Kirche. Auf dem Bild ist auch einer der von Adalbert Haitzer geschnitzten »Notengel« zu sehen.

Traunstein. Die Pfarrkirche Johannes der Täufer in Kammer ist um zwei Engel reicher. Sie wurden von dem Bildhauer Johann Brunner gefertigt.


Die zum Jahresende aus dem Amt geschiedene Kammerer Kirchenverwaltung mit Kirchenpfleger Albert Drechsler wollte noch die im Jahr 2009 vollzogene Chorraumgestaltung im Rahmen der Kirchenrenovierung vollenden; denn die Engel, die bisher neben dem Tabernakel standen, waren nur eine »Notlösung«. 1998 wurden die zum neugotischen Altar gehörenden Himmelsboten, die aus der Zeit um 1870 stammten, gestohlen. Da die Figuren nicht versichert waren und man kein Geld hatte, neue zu kaufen, schnitzte der damalige, 94-jährige Mesner Adalbert Haitzer zwei Engelsfiguren. Schnitzen war für den gelernten Schreiner eine Freizeitbeschäftigung.

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Jetzt stehen die neuen Engel auf dem Hauptaltar, die links und rechts mit Gesten auf das Allerheiligste, den Tabernakel, hinweisen. Geschnitzt und gefasst wurden sie von dem akademischen Bildhauer Johann Brunner aus Surberg. Das Kunstreferat des erzbischöflichen Ordinariats, das sich zur Hälfte an den Kosten beteiligt hat, wollte keine Kopie der gestohlenen Engel, sondern andere im neugotischen Stil. »So schnitzte ich aus Lindenholz expressive Einzelanfertigungen«, sagte Brunner. Bevor er die Fassung angebracht hat, standen die neu geschnitzten Figuren bereits in der Weihnachtszeit am Altar. Vertreter des Kulturreferats prüften damals, ob die Engel ihren Vorstellungen entsprachen und erteilten die Zustimmung. Außerdem schrieben sie dem Künstler die Farbgebung der geschnitzten Figuren vor. So ist das Gewand der Engel grau-blau wie die Farben des Altars. Laut Vorgabe des Kulturreferats soll durch die Fassung erkennbar sein, dass es sich um keine antiquarischen Stücke handelt.

Dem ehemaligen Kirchenpfleger Albert Drechsler und seinem Nachfolger Peter Forster gefallen die neuen Engel sehr gut und sie freuen sich, dass nach über einem Jahr Planung, die Vorstellungen, die man in dieser Zeit entwickelt hat, so gelungen verwirklicht wurden. Die beiden neuen Figuren werden an diesem Sonntag geweiht. Und für die »provisorischen Engel« hat man auch einen angemessenen Platz gefunden. Sie kommen zu Reinhold Haitzer, einem Sohn des alten Mesners.