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Zwei Hallen – eine Wand

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Noch fehlen Sitzbank und Radständer beim Ringhamer Buswartehäuschen. Gemeinderätin Elvira Kraller erinnerte in der Sitzung an den nahenden Schulbeginn. Das Schild hat vermutlich der letzte Sturm schief gestellt. (Foto: Höfer)

Petting – Die Grundstücke von Johannes Eisenbichler und Markus Rehrl liegen direkt nebeneinander. Im Gewerbegebiet Wasserbrenner wollen beide Firmeninhaber nun eine Halle bauen.


Ihre Lösung: Gemeinsam an der Grundstücksgrenze, dazwischen eine Brandschutzwand. Der Gemeinderat stimmte in seiner jüngsten Sitzung auch dem Antrag der Bürgerhilfe zu, in ihrem Raum über der Turnhalle eine Küchenzeile einzubauen.

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Jede der beiden Hallen im Gewerbegebiet wird ein Pultdach erhalten. »Zusammen ist es dann ein Satteldach«, beschrieb Bürgermeister Karl Lanzinger das Vorhaben; dazwischen eine Brandschutzwand, die zur Vermeidung eines sogenannten Brandüberschlags 40 Zentimeter über die beiden Dächer hinausragen wird. Eisenbichlers Stahlbetonhalle soll 40 mal 8,5 Meter große werden, die Lagerhalle von Markus Rehrl wird in den Maßen 31 mal 14 Meter gebaut, mit einem Dachüberstand als Ladezone. »Eine Superlösung«, kommentierte dieses »Miteinander« zweiter Bürgermeister Ludwig Prechtl, und seine Kollegen sahen das ebenso.

»Um richtig arbeiten zu können« bei Aktionstagen und der Ferienbetreuung, beantragte die Bürgerhilfe die Anschaffung einer Küchenzeile. Die Begründung: »So hätten wir alles in einem Raum und könnten auch mal mit weniger Helfern auskommen.« Christine Vordermayer und Angela Sommer baten in ihrem Schreiben an die Gemeinde, die Elektrogeräte von einer heimischen Firma zu beschaffen, um bei erforderlichen Reparaturen rasch jemand zur Hand zu haben. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 5000 Euro.

Im Schulgebäude gebe es zwar eine große Küche, erklärte Lanzinger, aber deren Nutzung sei aus hygienischen Gründen wohl problematisch, würde einen Transport »durch das ganze Haus« erfordern, und die Kinder oben blieben zeitweise unbetreut. »Das funktioniert nicht«, fasste der Rathauschef zusammen.

Als »fairen Preis« und »auf die Wünsche eingegangen« beschrieb Prechtl das vorliegende Angebot, es sei »was Gescheites, und das muss uns die Bürgerhilfe wert sein.« Das investierte Geld komme ja wieder den Bürgern zugute, ergänzte Lanzinger. Mit Detailfragen zur Ausführung hatte sich Christian Mayer befasst, die aber konnte Christine Vordermayer allesamt beantworten. Sie bedankte sich nach der einhelligen Zustimmung beim Gremium für die Unterstützung, worauf Josef Stippel schmunzelnd anfügte: »Dafür dürft ihr uns mal zum Essen einladen.«

Ein weiterer Antrag kam vom GTEV »D'Untersurtaler« Schönram. Markus Gromes erbat einen Zuschuss für die 60-Jahr-Feier der Kinder- und Jugendgruppen am 2. September. Mit den Einnahmen aus dem Festabend lasse sich die ganze Veranstaltung nicht finanzieren, weshalb man sich über einen gemeindlichen Zuschuss »sehr freuen würde«. Der Gemeinderat bewilligte schließlich 250 Euro an Zuschüssen.

Die Finanzierung des Chiemgau Tourismus geschieht jeweils über eine Drei-Jahres-Periode. Die läuft nun aus, weshalb die Gemeinden im Landkreis einer weiteren Finanzierung für die Jahre 2018 bis 2020 zustimmen müssen. Eine Million Euro kommt vom Kreis, 500 204 Euro sind von den 35 Gemeinden aufzubringen. Die Summe wird entsprechend der Übernachtungszahlen umgelegt; die 12,5 Cent je Nächtigung summieren sich für die Gemeinde Petting auf rund 3000 Euro. »Ich meine, da brauchen wir nicht groß diskutieren«, schloss Lanzinger seine Erläuterung. Dem wollte keiner widersprechen.

Angesichts aktueller Pressemeldungen über die Nitratbelastung des Grundwassers bat Franz Vordermayer, doch die Gemeindebürger über den Stand in Petting zu informieren. »Wir haben hervorragendes Wasser in Petting«, sagte Lanzinger dazu. »Aus dem Stand«, vermochte er zu sagen, dass das Pettinger Wasser einen Nitratgehalt von 14 bis 16 Milligramm pro Liter aufweise, jenes der Surgruppe um die 30 Milligramm und das der Achengruppe »dazwischen« liege. Der Grenzwert beträgt 50 Milligramm je Liter.

In nichtöffentlicher Sitzung vergeben hatte der Gemeinderat kürzlich zwei Aufträge: Die Erschließungsplanung für das Baugebiet Ringham schlägt mit 35 760 Euro zu Buche, die Innentüren der Turnhalle mit 36 950 Euro. Lanzinger verwies auf die anstehende Bundestagswahl, wofür sich die Gemeinderäte als Wahlhelfer zur Verfügung stellen sollten.

Lediglich vier Leute pro Mannschaft braucht es für die Gemeindemeisterschaft im Stockschießen. Auch da wird der Gemeinderat wieder dabei sein. In derselben Woche ist auch Schulbeginn. Elvira Kraller fragte daher nach der noch immer fehlenden Sitzbank im neuen Buswartehäuschen. Lanzinger erinnerte daran, dass Bank und Fahrradständer gemeinsam mit einem Eichenstamm gelöst werden sollten. »Die Teile sind da«, informierte Roland Krammer, »wir müssen das nur noch absprechen.« Man stehe »kurz davor«. höf

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