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Zwei Großbrände innerhalb von 24 Stunden in einer Gemeinde

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Lichterlohn in Flammen stand das Obergeschoß eines Stalls in Haunerting, als die 150 Einsatzkräfte von zehn Feuerwehren in der Nacht auf Samstag dort eintrafen. Weitere Bilder von den beiden Feuerwehreinsätzen in der Gemeinde Taching am See finden Sie auf unserer Internetseite unter www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos. (Foto:FDL/BeMi)
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Komplett zerstört wurde auch das 160 Jahre alte Bauernhaus in Wimpasing. Die Mieter waren erst kurz zuvor aus dem Urlaub heimgekehrt und konnten sich in Sicherheit bringen.

Taching am See – Zwei Großbrände innerhalb von 24 Stunden hielten am Wochenende die Feuerwehren der Gemeinde Taching am See und die Wehren aus dem nordöstlichen Landkreis Traunstein in Atem.


In der Nacht auf Samstag brannte der Rinderstall eines landwirtschaftlichen Anwesens im Ortsteil Haunerting, am späten Samstagabend ein 200 Jahre altes Bauernhaus in Wimpasing. Trotz eines Großaufgebots von Floriansjüngern wurden beide Gebäude durch das Feuer zerstört. Beim Brand in Haunerting wurden fünf Personen leicht verletzt, beim Wohnhausbrand in Wimpasing gab es keine Verletzten.

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Alle 40 Rinder wurden gerettet

Bei rund 250 000 Euro liegt der Schaden nach dem Brand im Stall in Haunerting. Gegen 1.50 Uhr ging der Notruf von Nachbarn bei der Einsatzzentrale der Polizei ein. Zehn Feuerwehren – Taching, Tengling, Waging, Gaden, Otting, Palling, Pierling, Törring, Tettenhausen und Traunstein – rückten daraufhin in das kleine Dorf an der Grenze zu Waging aus. Als die ersten Löschmannschaften eintrafen, stand das Obergeschoß des Stalls bereits voll in Flammen. Im Erdgeschoß, das durch eine Betondecke abgetrennt war, befanden sich noch 40 Rinder, die während der ersten Löscharbeiten noch dort ausharren mussten, aber alle später gerettet werden konnten. Rot-Kreuz-Helfer und das Kriseninterventionsteam der Malteser versorgten fünf Mitglieder der Bauernfamilie, die sich leichte Rauchgasvergiftungen zugezogen hatten.

Flammen wollten auf Nachbargebäude übergreifen

Schwierig war es für die 150 Einsatzkräfte, das angebaute Wohnhaus und benachbarte Nebengebäude vor dem Übergreifen der Flammen abzuschirmen. Mehrere Löschtrupps wurden rund um den brennenden Stall postiert und auch von Drehleitern aus wurde gelöscht. Wegen der starken Rauchentwicklung mussten viele Feuerwehrler mit Atemschutzgeräten arbeiten. Um ausreichend Löschwasser zur Verfügung zu haben, wurden 500 Meter lange Schlauchleitungen vom Nachbardorf Buchberg bis zum Brandort verlegt.

Rund eineinhalb Stunden nach der Alarmierung war das Feuer unter Kontrolle und weitestgehend gelöscht. Vom Obergeschoß des Stalls, in dem Erntevorräte und Maschinen untergebracht waren, blieb nur noch ein verkohltes Gerippe übrig. Auch das Wohngebäude wurde unter anderem im Bereich des Dachstuhls beschädigt. Die Feuerwehren aus Taching und Palling führten bis Samstagmittag Nachlöscharbeiten durch und blieben als Brandwache vor Ort, bis der Brandschutt abgeräumt war.

Brandursachen in beiden Fällen noch unklar

Noch völlig unklar ist nicht nur die Brandursache im Stall in Haunerting, sondern auch in einem Wohnhaus in Wimpasing, einem Weiler westlich von Tengling. Dort war der Feueralarm am Samstagabend gegen 22.30 Uhr eingegangen. Die Wehren aus Tengling, Taching, Törring, Palling, Waging und Kay wurden alarmiert. Das 200 Jahre alte Bauernhaus stand lichterloh in Flammen. Die Mieter kamen erst kurz vor Brandausbruch aus dem Urlaub zurück. Sie konnten sich in Sicherheit bringen und blieben unverletzt.

Weil sich in unmittelbarer Nähe weitere landwirtschaftliche Betriebsgebäude befinden, legten die Feuerwehren größtes Augenmerk auf den Schutz dieser Nachbargebäude und setzten zahlreiche Löschtrupps ein, die sich rund um das Gebäude aufstellten und den Brand unter anderem von Drehleitern aus löschten. Ein Ausbreiten des Feuers konnte so verhindert werden. Das alte Wohnhaus brannte jedoch bis auf die Grundmauern nieder und wurde vollkommen zerstört.

Um genügend Löschwasser zur Verfügung zu haben, mussten die Feuerwehren auch bei diesem Einsatz mehrere Hundert Meter lange Schlauchleitungen bis zum Brandort verlegen. Auch waren zahlreiche Atemschutztrupps notwendig, um die Löscharbeiten trotz der starken Rauchentwicklung ohne Gefährdung ausführen zu können.

Kriminalpolizei sucht Zeugen

Gegen Mitternacht waren das Feuer unter Kontrolle und der Brand weitestgehend gelöscht. Die Tenglinger Feuerwehr blieb als Brandwache und für Nachlöscharbeiten bis Sonntagvormittag am Brandort. Der entstandene Sachschaden am Bauernhaus beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund 100 000 Euro. Wer in der Nacht auf Sonntag verdächtige Wahrnehmungen in der Umgebung des Bauernhauses gemacht hat, der soll sich bei der Kriminalpolizei in Traunstein, Telefonnummer 0861/98730, melden. pv

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