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Zwei größere Umbauprojekte in Reit im Winkl

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Reit im Winkl – Mit zwei größeren Umbauprojekten hatte sich der Reit im Winkler Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zu befassen: zum einen mit einem Tekturantrag zum Anwesen Jederer, zum zweiten mit einem markanten Gebäude in der Ortsmitte. In beiden Fällen stimmten die Räte mit großer Mehrheit zu, beide Vorhaben wurden als deutliche Verbesserung im Vergleich zum gegenwärtigen Erscheinungsbild bewertet.


Der Jederer ist ein exponiert gelegenes Einzelanwesen am Walmberg. Das Gebäude mit herrlichem Blick über den Ort bis hin ins Kaisergebirge wird derzeit als Gaststätte genutzt. Künftig jedoch sollen hier vier großzügige Gästezimmer für den »gehobenen Standard« entstehen. Bereits Mitte Juli hatte sich der Gemeinderat mit diesem Thema zu befassen und dem Vorhaben im Grundsatz zugestimmt (wir berichteten). Abgelehnt worden waren damals Dachgauben, die laut Ortsgestaltungssatzung unzulässig sind.

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Die Tekturplanung sieht jetzt einen Quergiebel vor, der zwar auch nicht ganz den Bestimmungen jener Satzung entspricht, »er fügt sich aber gut in das Gebäude ein«, wie dies die Verwaltung in ihrer schriftlichen Stellungnahme bewertete. Angebaut werden soll zusätzlich auch ein Carport: Dieser war ursprünglich mit einem Pultdach geplant, jetzt soll er ein Satteldach erhalten.

Nicht aus den Planungsunterlagen hervor ging, ob die Überfahrt eines Aufzugs über den Giebel hinausreicht. Hier hatten die Verwaltung wie auch der Gemeinderat darauf gedrängt, dass dieser Dachaufbau nicht höher als der Giebel sein dürfe. Als nicht ganz einfach stellte sich auch die Bewertung der Zufahrtsstraße zu diesem Einzelanwesen dar. Nachdem die Jedererstraße nach dem Bayerischen Straßen- und Wegegesetz nicht gewidmet ist, ist folglich auch die Erschließung nicht gesichert. Allerdings sei künftig mit weniger Verkehr zu rechnen als beim Betrieb des Anwesens als Gaststätte.

Zur Zufahrtstraße wollte Gemeinderat Andreas Mühlberger wissen, wer für mögliche Sanierungskosten dieser schmalen und im schlechten Zustand befindlichen Bergstraße aufkomme. Hierzu erklärte Bürgermeister Josef Heigenhauser, dass diese Verbindungsstraße mehreren Grundstücksbesitzern gehöre, im Falle einer Sanierung würden die Kosten sowohl von den Anliegern als auch von der Gemeinde zu tragen sein. Nach kurzer Aussprache stimmten zwölf der 13 anwesenden Gemeinderäte dieser Tektur zu.

Umfangreich umgebaut werden soll ein stattliches Gebäude im Ortszentrum unmittelbar an der Pfarrkirche: So ist hier im ersten und zweiten Stock der Einbau von jeweils einer Mietwohnung geplant und darüber hinaus sollen auf beiden Etagen insgesamt 13 Personalzimmer entstehen. Vorgesehen ist im Gebäudeinneren ferner ein Aufzug vom Keller bis zum Dachgeschoß. Erneuert und ergänzt werden sollen die Balkone, wofür an der Ostseite der Dachüberstand um einen Meter verlängert werden soll. Hier soll schließlich auch ein bestehender Anbau ergänzt werden, der laut Antragsschreiben vorwiegend zur Unterbringung von Fahrrädern benötigt wird.

In der Gesamtbetrachtung des Umbauprojekts sahen die Gemeinderäte eine »Aufwertung des Ortskerns«, zumal das »Maß der baulichen Veränderung aus Sicht der Verwaltung geringfügig« sei. Ohne größere Diskussion stimmten alle Gemeinderäte diesem Antrag schließlich zu. ost