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Zwei Drachenflieger bei Kollision schwer verletzt

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Ruhpolding. Schwere Verletzungen erlitten zwei Drachenflieger, die am Sonntag gegen Mittag am Unternberg in der Luft zusammengeprallt und abgestürzt waren. Die Bergwacht berichtet von regem Flugverkehr von Drachen- und Gleitschirmfliegern.


Kurz vor 13 Uhr wurde die Bergwacht bereits zu einem gestürzten 63-jährigen Bergradler gerufen, der mit seinem Sohn auf einem engen Steig zwischen Ruhpolding und Eisenärzt gestürzt und die Böschung hinab ans Traunufer gestürzt war. Der Mann wurde mittelschwer verletzt. Noch während dieses Einsatzes erhielt die Rettungsleitstelle die Meldung, am Unternberg in Ruhpolding seien zwei Drachenflieger kollidiert und aus einer geschätzten Höhe bis zu 500 Meter abgestürzt.

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Polizei und Feuerwehr zogen daraufhin Kräfte von der Verkehrsabsicherung des Gautrachtenfestes ab. Die Bergwacht Ruhpolding alarmierte weitere Kräfte sowie die Bergwacht Inzell. Problematisch gestaltete sich der Einsatz vor allem, weil die Absturzstellen nicht genau bekannt waren. Daher wurden zur Absuche aus der Luft zwei Hubschrauber der österreichischen Flugrettung sowie ein Polizeihubschrauber angefordert.

Zeugen des Unfalls wurden weiter befragt, bis man die Absturzstellen weiter eingrenzen konnte. Eine der Hubschrauberbesatzungen fand dann einen der abgestürzten Drachen und seilte einen Notarzt und Rettungssanitäter der Bergwacht an die Unglücksstelle ab. Die abgestürzte Pilotin aus dem Großraum München erlitt schwerste Verletzungen. Sie wurde im schwierigen Gelände erstversorgt und mit dem Hubschrauber in ein Klinikum nach Salzburg geflogen.

Der zweite Drachen wurde erst nach weiterer Eingrenzung der Absturzstelle von Bergwachtkräften gefunden. Die Rettung des schwer verletzten Piloten aus Nordrhein-Westfalen, gestaltete sich jedoch sehr schwierig. Er lag in dichtem Gebüsch. Hinzu kam, dass aus Westen eine Gewitterfront aufzog, die eine erhöhte Gefährdung der Bergretter und des Patienten bedeutete.

Zur Rettung musste der Mann zuerst an eine baumfreie Stelle abgeseilt und dann mittels Winde zum Hubschrauber gebracht werden. Nach seinem Abtransport in ein Klinikum wurden die am Berg zurückgebliebenen Bergretter und Polizeibergführer – teilweise schon bei stark böigem Wind – mit einem Hubschrauber vom Berg geholt, gerade noch rechtzeitig bevor Beginn des Gewitters. Wenige Augenblicke, nachdem die letzten Retter sicher im Tal angekommen waren, setzten Starkregen und Sturmböen ein, meldet die Bergwacht.

Neben Kräften der Polizeiinspektion Ruhpolding waren die Feuerwehr Ruhpolding sowie die Bergwachten Ruhpolding, Inzell, Traunstein und die Technikgruppe Bergwacht im Einsatz.