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Zwei berühmte Exponate

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Eine Kopie der »Tabula Peutingeriana« ist nun im Römermuseum Bedaium in Seebruck zu bewundern. Eine weitere Museumsneuheit ist die Kopie der »Ebstorfer Weltkarte«.

Seeon-Seebruck – Zum Start in die neue Museumssaison wurden im Seebrucker Römermuseum Bedaium zwei berühmte neue Exponate vorgestellt. Es handelt sich dabei um die Kopie einer römischen Straßenkarte aus dem 3./4. Jahrhundert, die aus vielen Geschichtsbüchern bekannte »Tabula Peutingeriana«, die heute als besonderer Schatz in der Hofbibliothek in Wien hängt, sowie um die Kopie der etwa um 1300 entstandenen »Ebstorfer Weltkarte«, die nach ihrem Fundort, dem Kloster Ebstorf in der Lüneburger Heide, benannt wurde. Die Kopien der historischen Karten können ab sofort beim Aufgang in die oberen Ausstellungsräume bewundert werden.


Bei der Vorstellung der neuen Exponate ließ die Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Bedaium, Dr. Christine Kreitmair, den »Lebensweg« der »Tabula Peutingeriana« Revue passieren. Die ursprünglich zwölf, mittlerweile nur noch elf Pergamentblätter, seien nach diversen Besitzerwechseln an Prinz Eugen gegangen, der sie dann an die Wiener Hofbibliothek vererbt habe. Ihre stattliche Länge von 6,82 Metern bei 34 Zentimetern Höhe zeige das gesamte römische Straßennetz von den Britischen Inseln über den Mittelmeerraum, den Nahen Osten bis nach Indien und Zentralasien, so Kreitmair. Insgesamt 70 000 römische Meilen seien darauf verzeichnet sowie sämtliche damals bekannte Meere, Flüsse, Gebirge, Städte, Herbergen und Raststationen in Europa, Afrika und Asien. »Das Besondere für uns ist, dass wir auf der Karte auch den Namen 'Bedaio' finden«, betonte Kreitmair mit Verweis auf das antike Seebruck (Bedaium) am Nordufer des Chiemsees (Lacus Bedaius). Erstaunlich sei auch, dass Großstädte mit Türmen, Zinnen, Umfassungsmauern wiedergegeben werden, selbst malerische Eigentümlichkeiten seien verzeichnet, dazu Bäume, Tempel und Wasserbecken. Auch Hinweise, die zum Schmunzeln verleiten, würden nicht fehlen, meinte Kreitmair und nannte exemplarisch das »Wirtshaus beim krummen Birnbaum«.

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Bei der »Ebstorfer Weltkarte«, deren Kopie im Museum gegenüber der »Tabula Peutingeriana« hängt, handle es sich nicht um eine geographisch korrekte Karte der Welt, erklärte Kreitmair. Vielmehr spiegle die »umfangreichste und größte Weltkarte aus dem Mittelalter« das  historische, mythologische und theologische Wissen der damaligen Zeit wider. mmü