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So soll das neue Wohngebäude für Klinik-Personal auf dem früheren Kasernengelände in Traunstein aussehen. Die Bauarbeiten laufen. (Grafik/Visualisierung: Zweckverband)

Zweckverband Heimat.Chiemgau: 50 Millionen Euro für den Wohnungsbau eingeplant

Mit dem Zweckverband Heimat.Chiemgau wollen der Landkreis sowie 24 Städte und Kommunen den Wohnungsbau ankurbeln. Der Verband war gegründet worden, um die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises zu unterstützen – und vor allem, um zusätzliche Fördertöpfe anzapfen zu können.


Mit einem Mehrfamilienhaus an der Karlsbader Straße in Traunreut hat der Verband ein erstes Projekt bereits umgesetzt – alle Wohnungen sind vermietet und erstbezogen. In den kommenden Jahren stehen weitere Bauten für knapp 50 Millionen Euro auf der Agenda. Eine erste Bilanz und einen Ausblick legten die Verantwortlichen in der Verbandsversammlung im Landratsamt vor.

Laut Philipp Strohmeyer vom Sachgebiet Hochbau am Landratsamt haben die Arbeiten am ersten Bauabschnitt für das Wohnhaus für Klinik-Mitarbeiter auf dem Gelände der früheren Kaserne in Traunstein begonnen. Bis Anfang 2024 soll das Gebäude mit 48 Wohnungen und 16 Stellplätzen in der Tiefgarage für knapp elf Millionen Euro fertig sein. Davon muss der Verband 6,87 Millionen Euro finanzieren, 4,15 Millionen Euro fließen an Zuschüssen. »Wir haben bislang etwa 70 Prozent der Gewerke vergeben und sind im Zeit- und Kostenrahmen«.

Auch laufen bereits die Planungen für den zweiten Bauabschnitt. Für das Gebäude mit 38 Wohnungen und 54 Tiefgaragen-Stellplätzen werde aktuell ein Planer gesucht, so Strohmeyer. Auch hier werde mit Kosten von rund 11 Millionen Euro gerechnet, aber voraussichtlich fließen nur 2,3 Millionen Euro an Zuschüssen. Somit bleibt ein Eigenanteil von rund 8,7 Millionen Euro.

Konkret geplant wird zudem an drei weiteren Projekten: Auf dem neuen Campus-Chiemgau-Gelände am Bahnhof Traunstein baut der Zweckverband ein Studentenwohnheim für 24,5 Millionen Euro. In dem vier- bis fünfgeschoßigen Gebäude werden 84 Studenten untergebracht – in 65 Einzelzimmern, drei rollstuhlgerechten Zimmern und acht Wohngemeinschaften. Dazu kommen ein Gemeinschaftsraum pro Etage und 28 Stellplätze in einer zweigeschoßigen Tiefgarage mit 68 Stellplätzen. Für zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 20 Wohnungen und Tiefgarage in Schnaitsee liegt mittlerweile Baurecht vor. Der Zweckverband rechnet mit Kosten von 6,9 Millionen Euro und will in Kürze einen Planer beauftragen.

Intensiv Gedanken mache man sich auch um die Zukunft des bisherigen Kreisaltenheims in Palling. Dort wird demnächst der Neubau bezogen. Das alte Gebäude umzubauen, ist allerdings nicht möglich. Es wird abgerissen, und auf dem 6317 Quadratmeter großen Areal könnten vier Mehrfamilienhäuser mit zwei bis drei Geschoßen und etwa 46 Wohnungen entstehen. Dazu sind 81 Tiefgaragen- und elf oberirdische Stellplätze geplant. Mit der Gemeinde arbeite man an der Erstellung des Bebauungsplans und der Gutachten, versicherte Strohmeyer. Weitere Überlegungen für Wohngebäude gebe es zudem in Engelsberg, Schleching, Tittmoning und Traunreut.

Der Verband geht die Projekte optimistisch an, auch wenn wegen der Finanzierungsmöglichkeiten und -konditionen sowie der derzeit erheblichen Kostensteigerungen am Bau auch Risiken gesehen werden. Das bestätigte Christian Salzberger von der Firma BDO, der den Jahresabschluss 2021 geprüft hatte. Er hatte den »uneingeschränkten Bestätigungsvermerk« erteilt. Der Verband sei noch deutlich in der Aufbauphase, sagte Salzberger. Nach einem Minus von 145.900 Euro im Jahr 2020 flossen im Vorjahr erste Mieteinnahmen aus dem Gebäude an der Karlsbader Straße in Traunreut. So konnte das Minus auf 95.800 Euro reduziert werden. »Größere Umsatzerlöse aus Vermietungen werden ab Januar 2024 erwartet«. Der Jahresabschluss 2021 mit einer Bilanzsumme von knapp 4,5 Millionen Euro wurde einstimmig gebilligt. Salzberger erhielt den Auftrag, auch den Abschluss 2022 zu prüfen.

Der Verbandsausschuss des Zweckverbands besteht laut Satzung aus dem Vorsitzenden, Landrat Siegfried Walch, sowie vier Verbandsräten: den Bürgermeistern Thomas Schmidinger (Schnaitsee), Justus Pfeifer (Ruhpolding), Hans Schild (Fridolfing) und Thomas Kamm (Siegsdorf). Für das Quartett wurden Stellvertreter bestellt: die Bürgermeister Martin Lackner (Engelsberg), Josef Loferer (Schleching), Stefan Kattari (Grassau) und Josef Huber (Obing).

rse

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