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Zuschuss für Brandschutzmaßnahmen beschlossen

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Der Gasthof Prinzregent mit Eiskeller und Wagenremise, wie er am Ende des 19. Jahrhunderts ausgesehen hat. Erst im Jahre 1930 wurde der Saal angebaut, der noch heute beinahe unverändert besteht. (Repro: Giesen)

Marquartstein – Mit knapper Mehrheit bewilligte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den Antrag des Eigentümers und Betreibers des Gasthofs Prinzregent, Rudi Ammer-Langbauer, auf einen Zuschuss für die Umsetzung notwendiger Brandschutzmaßnahmen im historischen Saal des Gasthofs. Bürgermeister Andreas Scheck berichtete von einem Gespräch mit Ammer-Langbauer im Herbst, in dem er zugesichert habe, den für das Gemeindeleben so wichtigen Saal in der Ortsmitte noch weitere zehn Jahre für gastronomische Zwecke zu nutzen. Er habe auch bereits zum Beispiel in eine neue Kasse im Saal investiert. Ammer sei von seiner Idee abgekommen, den Saal eventuell anderweitig zu vermieten, so Scheck.


Die geforderten Brandschutzmaßnahmen für den 1930 an den Gasthof angebauten Saal sind der Einbau einer Stahlfluchttreppe im Bereich der Bühne, eine neue elektrische Installation, Beschilderung der Fluchtwege und eine neue Planung für die Bestuhlung, erklärte Scheck. Material- und Planungskosten belaufen sich auf netto rund 6600 Euro.

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Im Gemeinderat bestand Übereinstimmung, dass die Gemeinde einen Zuschuss gewähren sollte, weil der Saal von überragender Bedeutung für den Ort sei. Während Anke Entfellner-Häusler und Roland Polleichtner meinten, man solle Ammer bei einem Zuschuss vertraglich verpflichten, den Saal weiter zu betreiben, schlug Hubert Götschl vor, die volle Summe von 6600 Euro verteilt auf zehn Jahre auszubezahlen.

Thomas Halder war der Meinung, die Gemeinde solle nur die Hälfte dieser Summe wegen der Außenwirkung dieser Maßnahme bezahlen. Klaus Hell und Josef Moritz stellten den Antrag, die volle Summe ohne vertragliche Bindung auszuzahlen, was gleichzeitig das höchste Zeichen des Vertrauens sei. Da dies der weitestgehende Antrag war, wurde zuerst darüber abgestimmt. Acht von fünfzehn Gemeinderäten stimmten für die volle Summe von 6600 Euro ohne vertragliche Bindung, sodass bereits eine knappe Mehrheit vorhanden war. Über die weiteren beiden Anträge musste deshalb nicht mehr befunden werden.

Der Gasthof war 1886 von Anton und Regina Aigner erbaut worden, 1890 von Sohn Mathias Aigner um Kegelbahn und Sommerlokal erweitert worden. 1930 wurde der Theatersaal mit Bühne angebaut und Metzgerei und Schlachterei umgebaut. 1962 kaufte die Auerbräu Rosenheim den Gasthof und verpachtete ihn an Otto und Rosa Langbauer, die ihn 1965 kauften. Seit 1992 wird er von Rudi Ammer-Langbauer geführt.

In dem inzwischen historischen Prinzregentensaal wurden unzählige Hochzeiten gefeiert und als Theatersaal war er von höchster Bedeutung für die aufstrebende Fremdenverkehrsgemeinde. Bis vor wenigen Jahren sorgte das Bauerntheater mit jährlich ein bis zwei neuen Stücken für regen Besuch. Berühmte Gäste waren zum Beispiel der Komponist Richard Strauss, der Maler Anton Müller-Wischin oder der Theater- und Literaturwissenschaftler Artur Kutscher, der die nach ihm benannten Reisen ins Leben rief. gi