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Zuschüsse für Vereine

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Euro-Banknoten und Münzen. Foto: Daniel Reinhardt/Illustration Foto: dpa

Übersee – Spendabel hat sich der Überseer Gemeinderat bei den Zuschussanträgen von Vereinen und Institutionen gezeigt. So erhält der Musikverein heuer 12 000 Euro und der TSV bekommt 5000 Euro. Dem katholischen Kindergarten erstattet die Kommune die Hälfte des Defizits aus dem Kindergartenjahr 2015/2016 und damit rund 14 900 Euro. Defizite sind auch bei der Kinderkrippe zu erwarten, dessen ungedeckten Bedarf die Gemeinde ohnehin grundsätzlich übernimmt.


Thomas Strohmayer, Vorstand des Musikvereins, hatte den Zuschussantrag begründet. Der Verein leiste bei derzeit 22 Kindern musikalische Früherziehung und lasse 80 Kindern und Jugendlichen eine Musikausbildung zukommen. Strohmayer wies weiter auf den stundenplanmäßigen Unterricht hin, »der für die Persönlichkeitsentwicklung und die Sozialkompetenz der Kinder und für die Jugendarbeit im Ort von großer Bedeutung ist.«

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Was das Blasmusikorchester anginge, erfordere dessen hervorragender Ruf ein erhebliches zeitliches, persönliches und auch finanzielles Engagement der Musiker, das sich nicht mit anderen Vereinen vergleichen lasse. Darüber hinaus wies Strohmayer auf die Dauerpräsenz der Blaskapelle für die Gemeinde bei öffentlichen Auftritten hin. Ohne Diskussion stimmten alle Gemeinderäte für die Fördersumme von 12 000 Euro.

Vom TSV Übersee lag ein Zuschussantrag in nicht bezifferter Höhe vor. Laut Vorstand Bernhard Jakisch hat einer der beiden Busse, mit denen die Jugendmannschaften der Fußball-, Handball und Ju-Jutsu-Abteilung zu den Wettkämpfen gekommen sind, unerwartet stillgelegt werden müssen.

Der gebrauchte Ersatzbus kostete rund 17 000 Euro, 10 000 Euro davon wurden mit einem Darlehen finanziert. Den Rest habe der Verein, so Jakisch, unter anderem aus Rückstellungen für verschiedene mittelfristige Projekte entnommen. Ohne Diskussion folgten die Gemeinderäte dem Vorschlag von Bürgermeister Marc Nitschke, dem Verein einen Zuschuss von 5000 Euro zu gewähren.

»Trotz sparsamer Haushaltsführung konnte für das vergangene Kindergartenjahr ein Defizit von rund 29 800 Euro nicht vermieden werden.« So hatte die katholische Kirchenstiftung St. Nikolaus ihren Antrag auf Beteiligung der Gemeinde am Defizit begründet. Die Verluste seien unter anderem entstanden, weil es nötig war, wegen des hohen Krankenstands zusätzliches Personal einzustellen. Zudem habe es eine große Tariferhöhung gegeben. Dazu komme, dass inzwischen auch die Zahl der Kinder zurückgehe.

Bürgermeister Nitschke wies darauf hin, dass die Gemeinde schon seit 2008 die Hälfte des Kindergartendefizits übernimmt. Deshalb plädierte er dafür, dies auch heuer wieder zu tun. Auch für diesen Zuschuss von rund 14 900 Euro gaben die Gemeinderäte ohne Diskussion einstimmig grünes Licht.

Für die Kinderkrippe weitete das Gremium auf Wunsch der Kirchenstiftung und der betroffenen Eltern einstimmig die Öffnungszeiten für das Jahr 2016/2017 von 13 auf 15 Uhr (Montag bis Donnerstag) aus. Die entstehenden Mehrkosten, einschließlich einer Köchin für das angebotene Mittagessen, belaufen sich auf rund 17 500 Euro. Ein Teil dieser Kosten lässt sich jedoch durch die Erhöhung der Elternbeiträge und höhere Förderungen abfangen. Die Höhe des verbleibenden Defizits sei laut Aussage der Kirchenstiftung zurzeit noch nicht bekannt.

Nitschke erinnerte daran, dass die Gemeinde laut »Vereinbarung über die freiwillige Betriebskostenförderung der Kinderkrippe« in jedem Fall 100 Prozent des ungedeckten Betriebsaufwands als freiwilligen Zuschuss übernimmt. bvd