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»Zuschauer müssen neu gewonnen werden«

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Ruhpolding. Eine vorläufige Bilanz des Biathlon-Weltcups im Januar hat Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler bei der ersten öffentlichen Gemeinderatssitzung dieses Jahres gezogen. Das Medieninteresse sei wieder sehr groß gewesen, aber aufgrund der deutlichen Besucherrückgänge mahnte er an: »In Zukunft müssen wir die Zuschauer wieder neu gewinnen«.


Mit täglich über vier Millionen Fernsehzuschauern sei das Medieninteresse wieder hoch gewesen, so Pichler. Dadurch hätten sich die Live-Übertragungen aus der Chiemgau Arena einen Marktanteil bis zu 28,4 Prozent sichern können. Die Spitzenzuschauerzahl mit 5,28 Millionen Zusehern wurde beim Sprint der Männer registriert. Leider sei man mit 68 000 Besuchern deutlich zurückgefallen. Ein Vergleich mit der Biathlon-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr sei aber nicht angemessen. Darum nannte er als Vergleichszahlen die des Weltcups 2010 mit rund 90 000 Besuchern und 2011 mit rund 80 000. »Das ist ein Rückschritt«, sagte er.

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Auch der Kauf von Eintrittskarten habe sich verändert. Die Nachfrage für die Dauerkarten in der Arena sei wesentlich geringer gewesen, der Trend bestand vorwiegend im Erwerb der Streckendauerkarten und Einzelkarten. Die Zahl der verkauften VIP-Karten sei annähernd gleich wie bei den vorhergehenden Weltcups in Ruhpolding gewesen.

Als Hauptgrund des Zuschauerrückganges analysierte Pichler die späten Startzeiten. Mit Ausnahme des Sonntags habe man nur Nachtrennen ausrichten müssen, was auch bei den Biathlon-Fans zu Enttäuschungen geführt habe. »Als Veranstalter haben wir da aber keinen Einfluss«, bestätigte er. Dieses Problem habe nun auch die Internationale Biathlon Union (IBU) erkannt. Deren Präsident Anders Besseberg habe daher bereits jetzt dem heimischen Organisationskomitee signalisiert, dass beim Weltcup vom 8. bis 14. Januar 2014 an den fünf Wettkampftagen nur noch am Mittwoch und Donnerstag eine Abendveranstaltung stattfinden soll. Verhandlungen darüber sind für Mitte des Jahres vorgesehen.

Zuschauerrückgänge müssten mittlerweile alle Weltcup-Orte verzeichnen, sagte das Gemeindeoberhaupt weiter. Auch wenn Ruhpolding mit seinen Besucherzahlen immer noch an zweiter Stelle bei allen Weltcupveranstaltungen stehe, so seien Anstrengungen notwendig. Auch müsse man hinterfragen, ob die Preisstruktur für die Eintrittskarten stimme. Eine Preissenkung sei aber schwierig, wolle man das hohe Leistungsniveau bei der Durchführung halten.

In diesem Zusammenhang bestätigte der Bürgermeister auf Nachfrage, dass die sogenannte A-Lizenz der IBU für die Chiemgau-Arena, die zur Ausrichtung von Weltcups und Weltmeisterschaften berechtigt, bis 2018 Gültigkeit habe. Darum gelte es, sich auch weiterhin durch ausgezeichnete Arbeit bei der Ausrichtung für die weitere Zukunft zu empfehlen. Dem sehe er aber positiv entgegen, denn: »Biathlon ist ein Unternehmen, das Ruhpolding und die Bevölkerung begeistert«. hab