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Zur Einweihung kamen auch die Traunreuter »Urzeln«

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Dekan Peter Bertram (3. von links) weihte das rundum erneuerte, evangelische Pfarrhaus an der Loitshauser Straße in Marquartstein ein, links Pfarrer Rainer Maier mit seiner Frau Angelika. Zur Einweihung waren auch die »Urzeln« aus Traunreut (rechts) gekommen. (Foto: Giesen)

Marquartstein. Nach einer Bauzeit von sieben Monaten ist jetzt das evangelische Pfarrhaus an der Loitshauser Straße eingeweiht worden – im Beisein von Dekan Peter Bertram, vielen Gemeindemitgliedern und ganz besonderen Besuchern aus der Gemeinde Traunreut, den »Urzeln«.


Das Haus aus dem Jahr 1911 mit 4400 Quadratmetern Grund hatte die evangelische Kirche 1951 erworben. Hier entstand bis 1958 die neue evangelische Erlöserkirche. Das Pfarrhaus, das seit dieser Zeit von den jeweiligen Pfarrern mit ihren Familien bewohnt wird, musste grundlegend energetisch saniert werden. Die Baukosten betrugen insgesamt rund 390 000 Euro, wovon die Kirchengemeinde einen Großteil selbst durch Eigenleistungen, Rücklagen, Spenden und das Kirchgeld aufbringen muss, den Rest die Landeskirche.

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Pfarrer Rainer Maier, der sein Amt als Nachfolger von Pfarrer Ekkehard Purrer am 1. März letzten Jahres antrat, bezog das vor allem außen völlig neu wirkende Pfarrhaus bereits vor Weihnachten.

Im Festgottesdienst unter dem Motto »Gott baut ein Haus, das lebt« stellte Dekan Peter Bertram in seiner Predigt fest, dass der Marquartsteiner evangelischen Gemeinde ihre Kirche und ihr Pfarrhaus wichtig sind, sodass sie zum Kraftort für Menschen werden können.

Er gratulierte zu der gelungenen Bewältigung dieser »in heutiger Zeit riesigen Herausforderung« für die Kirchengemeinde. Es sei nur zu verständlich, dass im Vorfeld auch mit der Landeskirche heftig diskutiert worden sei. Denn um die Gemeindewiese als Raum für Kinder, Begegnung und Feste zu erhalten, hatte sich der Kirchenvorstand gegen den Vorschlag der Landeskirche gestellt, das Pfarrhaus zu verkaufen und die Gemeindewiese für einen Neubau zu opfern.

Bei den Grußworten schilderte Architekt im Ruhestand, Wolfgang Schürg, der ehrenamtlich als Vertreter des Bauherrn (die evangelische Gemeinde) die gesamte Planung, Finanzierung und Bauausführung betreut hatte, die nicht immer einfachen Vorgänge. Architekt Peter Schorr aus Vachendorf berichtete, dass das gesamte Gebäude auf drei Stockwerken 213 Quadratmeter groß sei mit einem Volumen von 1260 Kubikmetern, doppelt so viel wie ein Einfamilienhaus. Die Handwerker hätten insgesamt 3500 Stunden gearbeitet, der Architekt 700 Stunden. Im Namen des Kirchenvorstands bedankte sich Barbara Döring mit kleinen Geschenken bei Peter Schorr und Wolfgang Schürg für ihre Arbeit.

Im Anschluss an den Gottesdienst und die Grußworte konnten alle Interessierten das neue Pfarrhaus auch innen besichtigen. Dekan Peter Bertram nahm die kirchliche Weihe vor. Vor dem Haus wurden die vielen Besucher von den »Urzeln« aus Traunreut mit Goaßln und lautem Geklapper, aber auch Krapfen begrüßt, denn Pfarrer Maier war zuvor in der evangelischen Gemeinde in Traunreut beschäftigt. Der eingetragene Verein der »Urzeln« stammt ursprünglich aus Siebenbürgen, deren Bürger sich nach dem Krieg vielfach in Traunreut niedergelassen hatten. Auch Pfarrer Maier ist Mitglied des Vereins.

Ebenso wie in der Kirche sang zur Überraschung aller auch nochmals im Pfarrhaus ein Chor junger kenianischer Mädchen, die von Sylvia Bernauer aus Marquartstein betreut wurden. gi