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Zum Weltspartag: »Eindeutiges Ja zum Sparen«

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Sparen bleibt wie eh und je ein wichtiges Thema. Das betonten zwei ranghohe Vertreter der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender Josef Schallinger (links) und Vorstandsmitglied Stefan Nieß, bei der Pressekonferenz zum Weltspartag. (Foto: Kretzmer)

Traunstein – Lohnt sich Sparen noch in Zeiten von wenig oder null Zinsen? Diese Frage beantwortete Josef Schallinger, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg, anlässlich des Weltspartags am Freitag mit einem »eindeutigen Ja«. Gerade in diesen Zeiten sei Vermögensbildung eine Herausforderung. Schallinger zeigte sich überzeugt: »Wenn nicht jetzt sparen, wann dann?« Die Kreissparkasse stelle sich dieser Herausforderung – durch ganzheitliche Beratung der Kunden. Vorausgehen müsse »eine saubere Bestandsaufnahme« hinsichtlich ihrer Wünsche und Ziele.


Traditionell im Vordergrund beim Weltspartag stehen nach Schallinger die Gesamteinlagen der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg. Binnen zwölf Monaten kletterten sie zum Stichtag 30. September 2016 um sieben Prozent oder 118 Millionen Euro auf fast 1,8 Milliarden Euro und liegen damit über dem Bayern-Durchschnitt. Täglich verfügbare Sichteinlagen erhöhten sich sogar um 14,9 Prozent oder 148 Millionen Euro auf über 1,14 Milliarden Euro.

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Mit einem »kleinen Minus« von 2,3 Prozent schlossen die Spareinlagen, die um 15 Millionen auf 614 Millionen Euro sanken. Das sei »eine ganz normale Entwicklung«, betonte Schallinger bei der Pressekonferenz im Parkhotel Traunstein. Würden Einlagen frei, verwendeten Kunden die Gelder anders. Bei den Spareinlagen biete die Sparkasse derzeit keine langfristigen Produkte an: »Das macht bei der Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank keinen Sinn.«

Die Wertpapierdepots der Kunden bei der Kreissparkasse steigerten sich um 8,9 Prozent oder 23 Millionen Euro auf einen Kurswert von 283 Millionen Euro. Auch diese Entwicklung sei »sehr erfreulich«, hob Josef Schallinger heraus. Bei Aktien lagen die Käufe bei 14,1 Millionen Euro, die Verkäufe bei 10,8 Millionen Euro, was einem Umsatzplus von 3,3 Millionen Euro entspricht. Am auffälligsten waren die Umsatzzahlen bei Fonds. Die Käufe summierten sich auf 17,4 Millionen Euro, die Verkäufe auf 6,5 Millionen Euro. Josef Schallinger erklärte: »Fast elf Millionen Euro netto mehr flossen in Investmentfonds. Durch Mischfonds wird das Risiko reduziert.«

Das Fazit Schallingers: »Der Gesamtbestand des verwalteten Vermögens, bestehend aus Einlagen von 1,79 Millionen Euro und Wertpapieren mit 283 Millionen Euro, hat erstmals in der Geschichte der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg die Zwei-Milliarden-Grenze überschritten. Das Wertpapiergeschäft, insbesondere der Bereich Investmentfonds, gewinnt immer größere Bedeutung.« Vorstandsmitglied Stefan Nieß riet generell, auf das »Zauberwort Anlageklassen« zu setzen: »Das ist eigentlich ein alter Hut, gilt aber auch, wenn die Zinsen wieder steigen.«

Auch auf die Gesamtausleihungen der vergangenen zwölf Monate ging Schallinger ein. Den Bestand bezifferte er mit 1,134 Millionen Euro, 4,1 Prozent oder 45 Millionen Euro mehr gegenüber dem Stand zum September 2015. Das Zinsniveau sei »auch interessant, wenn ein Kunde Schulden macht«. Bedingt durch hohe Tilgungen, müsse die Sparkasse viele neue Kredite vergeben. Die Neuzusagen im Kreditgeschäft bezifferte Schallinger mit fast 250 Millionen Euro. Sie überstiegen den Wert des Vergleichszeitraums um 26 Millionen Euro oder 11,6 Prozent. Damit sei quasi an jedem Arbeitstag ein Kredit von einer Million Euro vergeben worden. Mehr als die Hälfte des Gesamtbetrags entfiel auf Privatpersonen, vor allem für den privaten Wohnungsbau. Unter dem Strich seien die Zahlen zum Stichtag Ende September »sehr erfreulich«, so der Direktor. Die Bilanzsumme habe einen neuen Höchststand – mit einem Plus von 59 Millionen Euro oder 2,7 Prozent auf über 2,22 Milliarden Euro.

Immer beliebter werden gemäß Schallinger »Kreditkarten«, von denen inzwischen 10 000 vergeben wurden, und »Sparkassen-Apps«. In die Höhe schnellte erneut die Zahl der Online-Konten – von gut 66 000 im letzten Jahr auf inzwischen knapp 70 000. Gestiegen sind auch die Abhebungen via Geldautomat – um mehr als 50 Millionen auf 456 Millionen Euro. Die Zahl der Geschäftsstellen mit 30 und der Mitarbeiter mit circa 450 blieb unverändert. Durch Digitalisierung und Technik werde man in Zukunft etwas weniger Mitarbeiter benötigen, dafür aber mehr kompetente Berater.

Zum 2. Januar 2017 wird der Vorstand der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg übrigens wieder komplett sein – mit dem künftigen Vorstandsvorsitzenden Roger Pawellek als Nachfolger von Werner Linhardt, Josef Schallinger und Stefan Nieß. kd