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Zum Jubiläum ein Gautrachtenfest mit Rekordbeteiligung

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Unter den Teilnehmern am langen Festzug waren auch die Mitglieder aus Teisendorf. Weitere Bilder vom Festsonntag finden Sie auf unserer Bilderseite zum Gaufest auf Seite 11 und im Internet unter www.traunsteiner-tagblatt.de/fotos. (Foto: Sellhuber)

Rosenheim – »I bin da Reinhard und do bin i dahoam!« – Mit diesem Bekenntnis begann Kardinal und Erzbischof Reinhard Marx seine Predigt beim Jubiläums-Gottesdienst des Gauverbands I, der an diesem Wochenende seinen 125. Geburtstag in Rosenheim feierte, wo der Verband 1890 entstand. 9000 Trachtler aus 150 Vereinen sorgten in 49 Zügen zusammen mit 50 Musikkapellen für eine Rekordbeteiligung.


Groß war die Zahl der Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und aus den Trachtlerreihen. Unter anderem war auch die stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner gekommen. Der große Mangfallpark Süd bot einen geeigneten Rahmen für die Feldmesse. Aufgrund der hohen Temperaturen sorgten die Malteser und viele Ehrenamtliche für genügend Wassernachschub bei den vielen Teilnehmern.

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In seiner wegen der Hitze kurzen, aber kräftigen Predigt stellte Kardinal Marx die Sehnsucht nach Heimat, Geborgenheit und Gemeinschaft heraus. »Wir sprechen die gleiche Sprache, auch wenn wir unterschiedliche Dialekte haben«, so der Kardinal weiter, der aufgrund der weltweit herrschenden Krisen folgenden Wunsch äußerte: »Helfen wir all jenen, die – warum auch immer – ihr Land verlassen mussten und nun ihren Fuß auf bayerischen Boden setzen. Seien wir ihnen gegenüber verbal und in der Tat entgegenkommend«.

Gauvorstand Peter Eicher hatte nach dem Gottesdienst und der Bayernhymne allen Grund Danke zu sagen. Für Eicher sind alle Trachtler auch Kulturträger. »Die Trachtenbewegung ist kein Auslaufmodell, die Tracht lebt und die Jugend ist mit dabei«, so der Gauvorstand, der ob des Bilds, das sich ihm von der Bühne aus zeigte, stolz war, Vorstand des großen Gauverbands I zu sein.

Ministerin Ilse Aigner sprach von einem unglaublichen Engagement, das bei den Trachtlern zu spüren und zu sehen ist. »Tracht ist Ausweis und wahre Freude, wie wir erst kürzlich beim G7-Empfang in Bayern gesehen haben. Die ganze Welt hat sich an diesen Bildern erfreut, weil sie echt und authentisch waren und weil in Bayern die Tracht gelebte Realität ist«, so Aigner.

Max Bertl, Landesvorsitzender des Bayerischen Trachtenverbandes, sagte in seinem Grußwort, dass Heimat Gabe und Aufgabe zugleich ist. »Nehmen wir die Kraft, die vom Gottesdienst und vom Herrgott kommt, hinaus in die kommende Zeit und geben wir dem Ehrenamt auch fortan seine Wertigkeit, die es verdient«.

In zwei verschiedenen Zügen zogen dann die Trachtler, Fahnenabordnungen, Blaskapellen und Festwägen durch die Rosenheimer Innenstadt. Besonders viele Zuschauer warteten auf dem Max-Josefs-Platz, wo sich auch die Tribüne für die Ehrengäste befand. Lautstark, gekonnt und viel beachtet machten die Aperschnalzer von der Schnalzervereinigung Rupertiwinkl am Festzugrand auf sich aufmerksam.

Der gastgebende Trachtenverein Stamm I Rosenheim hatte auch danach im Festzelt auf der Loretowiese und in der Auerbräu-Halle alle Hände voll zu tun, damit Durst und Hunger der großen Trachtlerschar gestillt werden konnten. Auch dies gelang, sodass sich Vorstand Peter Feldschmidt mit seinen Leuten etwas zurücklehnen konnte. Aber nur kurz, denn die Festtage gehen noch weiter. Bereits am kommenden Donnerstag ab 19.30 Uhr findet ein Kabarett-Abend mit Stefan Kröll im Festzelt statt. Während am Freitag ab 19.30 Uhr ein Bayerischer Tanzabend mit Plattlertreffen geplant ist, sorgt die Rosserer Schau am Samstag ab 11 Uhr vor allem bei Pferdefreunden für Begeisterung. Krönender Abschluss ist dann am kommenden Sonntag ab 9 Uhr das Gaupreisplattln des Gauverbands I. hö