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Zum Frieden mahnen und das Andenken bewahren

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Bei gemütlichem Beisammensein wurden traditionell langjährige und verdiente Mitglieder geehrt. Unser Foto zeigt von links Vorstand Schorsch Jobst, die Geehrten Sebastian Rosenegger, Stefan Siegerstetter, Ludwig Spiegelsberger, Hans Buckreus, Franz Hüttinger, Schorsch Jobst junior und 2. Vorstand Simon Schreiber sowie vorne Alois Überegger (links) Sigi Strohhammer.

Traunstein – Bei ihrem Vereinsjahrtag gedachte die Krieger- und Soldatenkameradschaft Haslach mit einem Gottesdienst und einem Totengedenken am Kriegerdenkmal ihrer gefallenen, vermissten und verstorbenen Mitglieder, der Toten der Bundeswehr sowie aller Opfer von Krieg und Gewalt.


Den Gottesdienst hielt Kaplan Andreas Lederer, der auch am Kriegerdenkmal die Gebete sprach. Beim anschließenden Beisammensein im Pfarrheim ehrten Vorsitzender Schorsch Jobst und sein Stellvertreter Simon Schreiber langjährige Mitglieder. Der Jahrtag wurde von der Musikkapelle Holzhausen-Vachendorf unter der Leitung von Sebastian Noichl musikalisch begleitet.

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Jobst erinnerte am Kriegerdenkmal an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren. »Damals hat man gehofft, dass sich so etwas in der Menschheitsgeschichte niemals mehr wiederholt«, sagte Jobst. Dies sei jedoch ein Irrtum gewesen. Seit 70 Jahren sei zwar bei uns der Frieden, aber in anderen Ländern gebe es schwere Kämpfe und Verfolgungen, sodass die friedlichen Länder und Staaten die Flüchtlinge gar nicht mehr aufnehmen könnten, die uns überschwemmten. Dies sei heute schlimmer als nach dem Zweiten Weltkrieg und ein Ende sei nicht in Aus-sicht.

Hier am Haslacher Kriegerdenkmal wolle man auch der Opfer aus der Pfarrei Haslach gedenken, die in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren am 18. und 25. April 1945 durch Bomben gestorben seien. Jobst las die Namen vor. »Hier am Kriegerdenkmal und Mahnmal für den Frieden danken wir für 70 Jahre Frieden und bitten den Herrgott und die Gottesmutter Maria, dass er uns erhalten bleibe und für die Kriegsgebiete dauerhaft Waffenruhe ausgehandelt werde, damit auch dort die Menschen in Frieden bleiben können«, so der Vorstand. Als äußeres Zeichen stellte Jobst eine Blumenschale nieder. Mit dem Lied vom »Guten Kameraden« und der Bayernhymne ging das Gedenken zu Ende.

Im Pfarrheim nahmen Vorstand Jobst und sein Stellvertreter Schreiber das gemütliche Beisammensein zum Anlass, verdiente und langjährige Mitglieder mit Abzeichen und Urkunden auszuzeichnen. Geehrt wurden Schorsch Jobst junior (25 Jahre), Hans Buckreus (40 Jahre), Sebastian Rosenegger, Stefan Siegerstetter, Sigi Strohhammer, Alois Überegger und Franz Hüttinger (60 Jahre). Für 65 Jahre Mitgliedschaft wurde Ludwig Spiegelsberger geehrt.

Als Vertreter der Stadt stellte 2. Bürgermeister Hans Zillner fest, die Erinnerungen an die beiden Weltkriege verblassten zwar, aber 70 Jahre Frieden, die wir jetzt erleben durften, seien keine Selbstverständlichkeit. »Viele Völker und Nationen, die an den beiden großen Weltkriegen beteiligt waren, haben bis heute nichts dazu gelernt«, stellte Zillner fest. Die Mahnung zum Frieden und den Toten ein ehrendes Andenken zu bewahren – beides habe sich die Krieger- und Soldatenkameradschaft zur Pflicht gemacht.

Vorstand Jobst erinnerte daran, dass die Krieger- und Soldatenkameradschaft Haslach nach 1984 heuer wieder vom Gauverband mit der Ausrichtung der Kriegerwallfahrt am 21. Juni nach Maria Eck betraut worden sei. Bjr