weather-image
12°

Zufriedene Bürger ohne Diskussionsbedarf

0.0
0.0

Übersee. Neugeborene bekommen von der Gemeinde Übersee als Willkommensgruß einen Strampler mit dem Aufdruck »Richtig gewickelt in Übersee«. Dass auch die restliche Bevölkerung in dem »aktiven, bürgernahen, investitionsfreundlichen und sozial hoch motivierten Ort« gut aufgehoben ist, vermittelte Bürgermeister Marc Nitschke den rund 130 Besuchern der Bürgerversammlung in seiner 90-minütigen Rede im Gasthaus Hinterwirt. Eine Diskussion der offensichtlich zufriedenen Bürger blieb dann weitgehend aus.


»Es ist wichtig, dass unsere Gemeinde attraktiv wird und bleibt, um den Dreiklang »Arbeiten, Wohnen und Freizeit« zu erfüllen und damit die Zukunftsfähigkeit von Übersee zu sichern«, betonte Nitschke. An der Verwirklichung dieser Ziele arbeite der Gemeinderat in sehr konstruktiver und sachlicher Zusammenarbeit und zumeist mit großen Mehrheiten.

Anzeige

Dennoch gab es laut Nitschke auch einige Wermutstropfen. So gebe es mit nur noch 138 Schülern einen historischen Tiefstand sowie weitere Rückgänge bei den landwirtschaftlichen Betrieben auf nur noch 60. In der Zeit von 1999 bis 2010 hätten 33 Betriebe aufgegeben. Auch der Bau der lang ersehnten Tankstelle im Ort verzögere sich. Der ursprüngliche Investor habe abgesagt; es gebe aber bereits Gespräche mit einem neuen Interessenten.

Insgesamt gesehen überwiegen aber die positiven Entwicklungen im Ort, meinte der Rathauschef. So steigen die Einwohnerzahlen seit 2009 stetig. Zur Zeit sei man auf dem Höchststand von 4918 angelangt.

Die jahrelangen Querelen um den Brandschutz im Wirtshaus D' Feldwies gehören bald der Vergangenheit an. Laut Nitschke fehle nur noch die Abnahme durch das Landratsamt in den nächsten Wochen. Dann sei der Weg frei für die Erhöhung der Plätze im Saal von 200 auf 400 und eine Nutzung der Dachräume durch die Feldwieser Trachtler.

15 einheimischen jungen Familien habe man im vergangenen Jahr verbilligte Baugrundstücke nach dem Traunsteiner Modell zur Verfügung gestellt. Man sei aber weiter um geeignete Standorte bemüht, um der großen Nachfrage gerecht zu werden. Auch für ein großes neues Gewerbegebiet »Entenfeld« gebe es gute Chancen, »Wir sind bestrebt, im kommenden Jahr mit dem Bauleitplanverfahren zu beginnen, um Wohnen und Arbeiten zu verbinden und so für die Zukunft gut aufgestellt zu sein.«

Erfreulich habe sich nach den Worten des Rathauschefs auch die Situation bei der Firma Deutz, Übersees größtem Arbeitgeber, entwickelt. Komplettschließung oder Teilverlagerung seien keine Themen mehr. Stattdessen gebe es Produktionssteigerungen und die Ausschreibung von Ausbildungsplätzen.

Auch Übersees innovativer Vorzeigebetrieb, die Firma Aircraft Philipp, habe mit einer neuen, 2300 Quadratmeter großen Produktionshalle und dem Anstieg um 20 Arbeitsplätze auf nunmehr 95 die Kapazitäten gesteigert.

Steigende Zahlen meldet der Tourismus. Die Gästezahlen lagen schon bis Ende September um 16,59 Prozent höher als im gesamten Jahr 2011. Und auch bei der Übernachtungsstatistik gab es bis dahin schon Steigerungen um 10,15 Prozent gegenüber dem gesamten Vorjahr. Bein Zugpferd für den Tourismus, dem Chiemseeufer, sollen die touristischen Potenziale besser ausgeschöpft werden; gleichzeitig solle die natürliche Schönheit erhalten bleiben.

Ein erfreuliches Kapitel schlug der Rathauschef dann mit dem Thema Finanzen auf: »Insgesamt haben wir in den letzten vier Jahren rund 19 Millionen Euro in die Infrastruktur unserer Gemeinde investiert, davon hat die Gemeinde allein 4,5 Millionen Euro geschultert.« Gleichzeitig konnten in dieser Zeit die Schulden reduziert werden. Auch im kommenden Jahr dürfte der Schuldenabbau weitergehen, denn das laufende Jahr hätte sich bereits als »Rekordjahr in Sachen Steuereinnahmen« abgezeichnet. bvd

Facebook Traunsteiner Tagblatt