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»Zufrieden, aber nicht euphorisch«

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Die Güterhalle wird nicht saniert. Das steht nach dem Bürgerentscheid fest. Ob sie abgerissen wird und auf diesem Grundstück ein Neubau des Jugendzentrums realisiert wird, ist allerdings noch nicht fix. Denn eine weitere Möglichkeit wäre, dass das Jugendzentrum auf einer anderen Liegenschaft der Stadt im Bahnhofsgelände gebaut wird. (Foto: Reiter)

Traunstein – Es war eine äußerst knappe Entscheidung, bei der letztlich die Stichfrage entscheidend war: 4075 Traunsteiner sprachen sich gegen eine Sanierung der Güterhalle und für einen Neubau des Jugendzentrums aus, 3900 Bürger waren für eine Sanierung der Güterhalle mit Jugendzentrum.


Beim Bürgerbegehren gegen die Sanierung und für einen Neubau des Jugendzentrums (Bürgerentscheid 1) hatten 4182 Traunsteiner mit »Ja« gestimmt, 2984 kreuzten »Nein« an. Allerdings hatte auch beim Ratsbegehren für eine Sanierung mit Jugendzentrum (Bürgerentscheid 2) eine Mehrheit mit »Ja« gestimmt. Hier sprachen sich 3961 Traunsteiner für eine Sanierung aus, 3372 waren dagegen. Deshalb musste in diesem Fall – anders als bei der Landesgartenschau – die Stichfrage entscheiden. Diese fiel zugunsten der Initiatoren des Bürgerbegehrens aus.

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»Ergebnis war knapp«

»Natürlich sind wir zufrieden, aber nicht euphorisch«, sagt Konrad Baur einen Tag nach der Wahl im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. »Dafür war das Ergebnis einfach zu knapp.« Die Traunsteiner Bürger hätten nun aber eine notwendige Entscheidung auf dem Weg zu einem neuen Jugendzentrum gemacht. Nun seien vor allem die Stadt und der Oberbürgermeister gefragt, »die einen klaren Arbeitsauftrag haben«. Konrad Baur betont aber, dass die Initiatoren des Bürgerbegehrens – also er, Isabelle Thaler und Maximilian Röde – gerne bereit seien, bei den Planungen für einen Neubau des Jugendzentrums mitzuhelfen. Bewusst habe man den Abriss der Güterhalle nicht mit in den Bürgerentscheid genommen, »wir wollten einfach nur die Sanierungspläne der Stadt stoppen und möglichst schnell einen Neubau des Jugendzentrums«. Konrad Baur ist allerdings der Meinung, dass ein Abriss der Güterhalle und ein Neubau auf diesem Grundstück der schnellste und günstigste Weg wäre. »Wenn die Stadt aber eine andere Liegenschaft hat, dann gerne auch dort.«

»Eine große Enttäuschung«

»Aus meiner Sicht ist das natürlich eine große Enttäuschung«, sagt Oberbürgermeister Christian Kegel. Das Konzept für eine Sanierung der Güterhalle sei schlüssig gewesen und die Planungen seien weit fortgeschritten. Seiner Meinung nach ist die Güterhalle »ein ganz besonderes Gebäude, an das ein Neubau nicht rankommt.« Fest stehe nach dem Bürgerentscheid, »dass die Güterhalle nicht saniert wird und wir einen Neubau anstreben müssen«. Ein Abriss der Güterhalle sei dabei nicht zwingend, »denn das war nicht Bestandteil des Bürgerentscheids«, so Kegel. »Es werden also mit Sicherheit nicht nächste Woche die Bagger anrollen.«

Mit den Themen Neubau des Jugendzentrums und Abriss der Güterhalle müssten sich in den nächsten Wochen die Stadtverwaltung und der Stadtrat befassen. »Die Planungen stehen jetzt erst einmal auf Null«, sagt Kegel.

Die Jugendlichen sind bis auf Weiteres im Jugendtreff am Stadtplatz untergebracht. »Doch das wäre auch bei einer Sanierung der Güterhalle so gewesen«, sagt der Oberbürgermeister. Ein Umzug wäre hier für das Frühjahr 2018 geplant gewesen, »jetzt müssen die jungen Traunsteiner warten, bis wir einen Neubau realisiert haben.« KR