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Zu wenig Transparenz bei der Kindertagesstätte?

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Vachendorf. In seiner jüngsten Sitzung befasste sich der Gemeinderat mit einer Reihe von Wünschen und Anregungen, die beim Elternabend der Kindertagesstätte geäußert wurden. Walter Ponath hatte sie zu einer Anfrage zusammengefasst. Ponath sprach sich darin für die Bestellung eines Referenten für die Kindertagesstätte und die Schule aus, damit die Eltern einen festen Ansprechpartner hätten. Für den Posten schlug er Karin Scholz-Lehrberger vor.


Zunächst ging es darum, ob die Zahl der Plätze für unter drei Jahre alte Kinder in der Kinderkrippe und für über drei Jahre alte Kinder im Kindergarten ausreichen. Ponath fragte, ob vorsorglich Maßnahmen wie zum Beispiel ein weiterer Anbau geplant seien.

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Bürgermeister Rainer Schroll wies auf die zentrale Berechnung des Bedarfs auf Grundlage der Geburtenzahlen hin. Im Jahr 2009/2010 habe es mit 29 Geburten fast doppelt so viele gegeben als in den Jahren davor und danach. Zur Bedarfserhebung würden alle Eltern angeschrieben. »Aber der Rücklauf lässt zu wünschen übrig«, betonte er. Trotz des Aufwands bei der Datenerhebung gebe es stets Unwägbarkeiten, wie lange die Kinder im Kindergarten blieben. Außerdem könne man die Auswirkungen des Betreuungsgelds noch nicht einschätzen.

»Wir versuchen trotzdem, eine genaue Prognose zu stellen«, versicherte Schroll. Diese belaufe sich für 2014/2015 auf etwa 55 Kinder und im Jahr darauf auf rund 60 Kinder. Bei der nächsten Erhebung werde man dem Wunsch der Eltern nachkommen und auch den möglichen Bedarf für einen Kinderhort mit erheben. Den massiven Beschwerden der Eltern über mangelnde Transparenz bzw. widersprüchliche Informationen trat Schroll energisch entgegen. Es habe viele Kontakte zwischen ihm und den Eltern gegeben. Der Elternabend sei erst dann sinnvoll, wenn alles stehe.

Maria Srkal erklärte, wenn den Eltern ein Platz zugesagt werde und dann ein Ablehnungsschreiben komme, gebe es für diese keine Planungssicherheit. Schroll erklärte, er habe keine Plätze zugesagt. Marlies Kruse stellte fest: »Alle Kinder haben einen Platz und sind untergebracht.« Alois Hartl sagte, die Eltern hätten alle diese Informationen vom Bürgermeister bereits beim Elternabend bekommen müssen. Worauf Zweiter Bürgermeister Herbert Bischof, der mit Ponath dort war, meinte: »Wenn wir gewusst hätten, dass es Probleme gibt, hätten wir uns vorbereitet.« Ponath erklärte, es sei der ausdrückliche Wunsch nach einer Elternversammlung geäußert worden.

Zum Antrag von Ponath auf Bestellung eines Referenten meinte Schroll, bevor der Gemeinderat darüber beschließe, sollte dessen Aufgabengebiet genau definiert werden. Dieser Meinung schloss sich auch Marlies Kruse an. Schließlich habe die Gemeinde eine Jugend- und Familienbeauftragte. »Ein neuer Referent hilft nichts, wenn die Leute nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen«, so Kruse. Ein solcher Referent sei das Sprachrohr des Elternbeirats sowie der Kindergarten- und Schulleitungen im Gemeinderat.

Zweiter Bürgermeister Bischof konnte sich vorstellen, dass der Referent für den Kindergarten und die Schule gleichzeitig zuständig sei. Worauf Scholz-Lehrberger anregte, zunächst in diesen Einrichtungen nachzufragen, ob überhaupt dafür Bedarf sei. Der Bürgermeister schlug deshalb vor, bis zur nächsten Gemeinderatssitzung die Aufgaben des neuen Referenten zu definieren und zur Abstimmung auf die Tagesordnung zu setzen. Bjr