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»Zu teuer«: Häusl sitzt Kindergartenanbau aus

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Waging am See. Einer für Waginger Verhältnisse recht harschen Kritik sah sich Bürgermeister Herbert Häusl in der jüngsten Gemeinderatssitzung ausgesetzt: Gleich von mehreren Seiten und Fraktionen musste er sich den Vorwurf gefallen lassen, Beschlüsse nicht zu vollziehen. Konkret ging es um den bereits vor Jahresfrist beschlossenen Anbau eines Lagerraums an den Kindergarten in Tettenhausen. Seit dem Beschluss ist aber offenbar nichts mehr geschehen.


Gemeinderat Hannes Obermayer sprach dieses Thema an. Er wollte wissen, wie der Sachstand sei. Häusl räumte ein, es gebe in der Tat bereits eine Planung und eine Kostenschätzung, der Finanzausschuss solle in seiner Sitzung kommende Woche beschließen, ob die Maßnahme heuer umgesetzt werden soll oder nicht. Er würde sich aber wegen der hohen Kosten nochmals gern grundsätzlich über das Thema unterhalten: »Das ist nicht vom Tisch, aber ich möchte es gern nochmals durchsprechen.«

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Damit aber kam er bei Drittem Bürgermeister Christian Reiter gar nicht gut an: »Ich finde es unglücklich«, formulierte dieser vorsichtig, »wenn Beschlüsse verschoben und vertagt und nochmals diskutiert werden. Wir haben den Beschluss gefasst und die Mittel eingestellt. Jetzt geht es eigentlich nur noch um den Vollzug. Es wäre gut, wenn man nicht immer alles wieder neu aufs Tableau bringen würde.« Man sollte das Projekt so umsetzen, wie beschlossen, sonst müsste man den Beschluss aufheben. Wenn Beschlüsse nicht ausgeführt werden, müsse man sich zumindest nochmals darüber unterhalten, zumal die Mittel bereits im Haushalt 2012 vorgesehen gewesen seien.

Bürgermeister Häusl konterte: »Mir ist die Geschichte einfach zu teuer.« Er glaube nicht, dass die Kosten einzuhalten seien. »So dringend ist das nicht, dann muss ich das halt auf mich nehmen. Ich bin nicht ganz dahinter gestanden.« Denn es sei fraglich, ob der Anbau mit 30 000 bis 40 000 Euro zu machen sei: »Was sagt ihr dann, wenn es 70 000 werden?« Diese Argumentation wollte Gemeinderat Ludwig Kleißl nicht gelten lassen: »Erst nach mehreren Anrufen von Kindergartenleiterin Margarete Tress kommt man drauf, dass es zu teuer ist – nach einem Jahr. Das dauert auch mir zu lange.«

Häusl zeigte sich unbeeindruckt: »Wenn ihr der Meinung seid, dann könnt ihr es ja beschließen.« Dazu merkte Kleißl an, dass man von Kosten bisher noch nichts gehört habe.

Häusl betonte: »Das wird relativ teuer.« Er fügte dann doch an: »Wenn es zu lang gedauert hat, muss ich mich entschuldigen.« Aber letztlich schob er doch noch seine Bedenken nach: »Das ist fast die teuerste Möglichkeit. Ich bin persönlich nicht recht überzeugt von dieser Lösung.« Letztlich fand dann auch Obermayer, dass die Zeit, in der nichts passiert sei, schon verhältnismäßig lang sei.

Konkret geht es bei dem geplanten Anbau schlicht um einen Lagerraum, wie Kindergartenleiterin Tress dem Traunsteiner Tagblatt erläuterte: »Wir haben im Kindergarten keinen Keller und keinen Speicher, nur eine kleine Abstellkammer.« Zudem müssten die Spielgeräte aus der Turnhalle herausgeräumt werden, wenn andere Gruppen drin sind. So lagerten überall irgendwelche Sachen, nicht zuletzt im Büro der Kindergartenleiterin. Daher habe sie schon seit Jahren immer wieder gefragt, ob man nicht irgendwo einen kleinen Anbau errichten könnte. Vor knapp einem Jahr sei dann der Waginger Bauausschuss zu einer Besichtigung gekommen, ein Besuch, aus dem sich dann eine konkrete Alternative entwickelt habe, die Möglichkeit zu einem Anbau. Dies sei beschlossen und ein Plan gezeichnet worden. Dann sei aber ein ganzes Jahr lang nichts passiert.

Ein weiteres Thema war die kaputte Holzterrasse, die schon voriges Jahr im Sommer repariert werden sollte. Dies sei ihr jetzt aber fest für die Osterferien versprochen worden. he