weather-image
25°

Zu Spitzenzeiten bis zu 30 Glätteopfer in der Stunde

1.0
1.0
Bildtext einblenden
Aufgrund von Schnee- und Eisglätte gab es in der Notfallambulanz am Klinikum Traunstein in den vergangenen Tagen schon etliche Patienten mit Knochenbrüchen. »Manchmal helfen einfach nur Splitt und Salz«, erklärt dazu Carola Westermeier von der Stadt Traunstein. (Foto: Wannisch)

Traunstein – Nicht nur den Autofahrern machen Schnee und Glatteis derzeit überall zu schaffen. Auch die Fußgänger haben ihre liebe Mühe mit den teilweise schlecht geräumten Gehsteigen und mit Dachlawinen. Das merken auch die Mitarbeiter in der Notfallambulanz des Klinikums Traunstein: »Zu Spitzenzeiten hatten wir bis zu 30 Patienten in der Stunde«, erklärt dazu Pressesprecher Ralf Reuter.


Betroffen waren alle Altersgruppen, meist ging es um Arm- oder Beinbrüche. Senioren waren ebenso betroffen wie Kinder und auch Wintersportler. Manche kamen glücklicherweise mit Prellungen davon. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Patientenzahlen um rund zehn Prozent an – im Vergleichszeitraum 2016 hatte es keinen Schnee gegeben. »Nur um zehn Prozent im Vergleich zu anderen Regionen, etwa in Norddeutschland«, betonte Reuter. Denn die Menschen hier in der Region seien den Umgang mit Schnee und Eis doch anders gewohnt als andernorts.

Anzeige

Angesichts der auch für die nächsten Tage angekündigten Niederschläge verweist die Stadt Traunstein auf die geltende Räum- und Streupflicht. Die Stadt räumt dabei sämtliche öffentlichen Straßen, und zwar nach einem festgelegten Räumplan, der je nach Verkehrsbedeutung entsprechende Prioritäten festlegt. »Wir bitten um Verständnis, wenn trotz aller Bemühungen bei extremen Witterungsverhältnissen nicht überall zur gleichen Zeit geräumt sein kann. Dies ist schon aus Kapazitätsgründen nicht möglich«, erklärt Pressesprecherin Carola Westermeier dazu auf Anfrage.

Zum Streuen seien die Kommunen gesetzlich lediglich auf gefährlichen und verkehrswichtigen Straßen oder zum Beispiel an Fußgängerüberwegen verpflichtet. »Entgegen einer weitverbreiteten Meinung werden deshalb Fahrbahnen von Anliegerstraßen grundsätzlich nicht gestreut«, so Westermeier.

Anlieger sind an Werktagen von 7 bis 20 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 8 bis 20 Uhr zum Räumen, Streuen und Beseitigen von Eis verpflichtet – »und das so oft, wie dies zur Verhütung von Gefahren für Leben, Gesundheit, Eigentum oder Besitz erforderlich ist«, wie Westermeier betont.

Zu räumen und streuen sind die Gehsteige in ihrer vollen Breite (bei Überbreite bis zu 1,5 Meter). Soweit es keine abgegrenzten Gehsteige gibt, sind die Fahrbahnen beiderseits auf einer Breite von 1,50 Meter zu räumen und streuen. Die Stadt sei aus haftungsrechtlichen Gründen verpflichtet, die Einhaltung der Räum- und Streupflicht auch zu überwachen.

Obwohl die meisten Anlieger ihren Verpflichtungen zuverlässig nachkommen, seien immer wieder vereinzelt Gehsteige oder die oben beschriebenen Fahrbahnteile nicht geräumt und gestreut. Bei wiederholten Verstößen gegen die Räum- und Streupflicht werde die Stadt nicht umhin kommen, auch weniger populäre Maßnahmen zu ergreifen: »Die Gehbahnreinigungs- und -sicherungsverordnung sieht hierfür Geldbußen bis zu 500 Euro vor«, erklärt Westermeier.

Der Stadtrat habe sich darüber hinaus 2010 aus Gründen der Sicherheit dafür entschieden, das Streuen von Salz oder ähnlichen ätzenden Stoffen auf Gehwegen zu erlauben. Bei besonderer Glättegefahr (zum Beispiel an Treppen oder starken Steigungen) sei das Streuen von Tausalz unabdingbar, gibt Westermeier zu bedenken. »Verwenden Sie Salz, Sand, feinen Splitt oder ähnliche abstumpfende Mittel, um die Gefahren für die Fußgänger möglichst gering zu halten.« coho