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Zu kurzfristig gedacht? »Wir brauchen eine Vision«

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»Natürlich ging es bei der Haushaltsdebatte um Geld. Doch es ging auch grundsätzlich darum, über die Strukturen nachzudenken, damit wir für die Zukunft gut gerüstet sind«, betonte Dr. Christian Hümmer im Hauptausschuss.

Traunstein – Um die mögliche Auslagerung von städtischen Einrichtungen/Aufgaben der Verwaltung an Dritte ging es im Hauptausschuss des Traunsteiner Stadtrats.


Dabei kritisierten einige Mitglieder die Aussagekraft der Unterlagen, die die Verwaltung für die Sitzung erarbeitet hatte. Oberbürgermeister Christian Kegel gab zu bedenken, dass es noch nicht um konkrete Zahlen gehe, sondern um einen Grundsatzbeschluss. Heißt konkret: Soll eine Auslagerung untersucht werden – ja oder nein?

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Ernst Haider (UW) bemängelte, dass er anhand der Vorlage nicht erkennen könne, was durch die Auslagerung konkret eingespart werde. »So weiß ich nicht, ob und was uns das bringt«, betonte er. So sah das auch Thomas Stadler (Grüne): »Ich habe wirklich das Problem, dass ich das so nicht vergleichen kann.«

»Es kann sogar sein, dass eine Auslagerung teurer kommt«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel. »Doch wir müssen jetzt nur entscheiden, ob vom Hauptamt eine Auslagerung näher untersucht werden soll oder nicht.« Weiter sei man an diesem Punkt noch nicht.

»So kommen wir nicht weiter«

Albert Rieder (UW) betonte, dass ihm das Ganze zu kurzfristig gedacht sei. »So kommen wir nicht weiter. Wir brauchen eine Vision: Wie sieht unsere Verwaltung 2050 aus? Auf das hin sollten wir uns ausrichten.«

Auch Dr. Christian Hümmer (CSU) betonte, »dass wir den entscheidenden Schritt nur machen, wenn wir das gesamte Ganze anschauen. Das werden wir nicht mit den Einzelbeschlüssen schaffen« – damit spielte der Fraktionsvorsitzende auch auf die vergangenen Monate an, in denen vonseiten der Verwaltung verschiedenste Vorschläge bezüglich Einsparmöglichkeiten gemacht worden waren (wir berichteten).

Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD) betonte, dass die Verwaltung nur das umsetze und erarbeite, was der Stadtrat nach der Ablehnung des Haushalts gefordert habe.

»Natürlich ging es bei der Haushaltsdebatte um Geld. Doch es ging auch grundsätzlich darum, über die Strukturen nachzudenken, damit wir für die Zukunft gut gerüstet sind«, betonte Dr. Christian Hümmer.

So stimmten die Mitglieder

Letztlich beschloss der Hauptausschuss, folgende Bereiche vom Hauptamt hinsichtlich einer Auslagerung näher untersuchen zu lassen:

  • Externe Aktenvernichtung (einstimmig angenommen)
  • Versand von Massensendungen (einstimmig angenommen)
  • Förderverfahren Sozialfonds Praxisklasse (8:1 angenommen)
  • Offene Jugendarbeit mit Ferienprogramm (7:2 angenommen)
  • Lohn- und Gehaltsabrechnung (8:1 angenommen)
  • Qualitätsmanagement: Rad- und Wanderwege sowie touristische Beschilderungen (9:0 einstimmig angenommen)
  • Kartenvorverkauf für Dritte (9:0 einstimmig angenommen)

Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat am Donnerstag. KR