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Zu Gast bei Behinderten

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Musik und Gesang kombinierten der Unterstufenchor und die Big Band des Annette-Kolb-Gymnasiums bei der Präsentation im Landratsamt. (Foto: Buthke)

Traunstein. Kultur ist ein wichtiger Bestandteil für die Menschen und zieht sich wie ein bunter Faden durchs Leben. Aber nicht immer können Menschen mit gesundheitlichen Beschränkungen zu ihr hinkommen. Seit Februar gibt es daher das Projekt »Kultur unterwegs«, bei dem sich Kulturschaffende auf den Weg zu diesen Menschen machen. Die Big Band und der Unterstufenchor des Annette-Kolb-Gymnasiums sowie die »Lenzenberg Soatnmusi« haben seitdem die Bewohner des Wohnheims der Lebenshilfe in Altenmarkt besucht, in dem Erwachsene mit geistiger Behinderung leben.


Mit einem gemeinsamen Konzert der drei Musikgruppen und einer Projektpräsentation stellten die Beteiligten im Großen Sitzungssaal des Landratsamts im Rahmen der Kulturtage dar, wie diese Aktion bei den Behinderten angekommen ist und was die Musikanten bei ihren Auftritten erlebt haben.

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»Am Ende hatten wir ein unbeschreibliches Gefühl, Freude bereitet zu haben«, erklärte Florian Seestaller von der »Lenzenberg Soatnmusi«. Die spontane Reaktion der Schüler von AKG-Rektor Bernd Amschler zu diesem Projekt sei gewesen: »Des pack ma an« und »Des kriagn ma scho«. Nach dem Auftritt habe für die Schüler festgestanden: Das machen wir wieder, denn Kultur bewirkt etwas, das mit dem Leben zu tun hat. Der Leiter des Lebenshilfe-Wohnheims, Martin Zoßeder, erinnerte daran, dass die Oberbayerischen Kultur und Jugendkulturtage mit der Inklusion verknüpft seien, die auf sehr unterschiedliche Art und Weise diskutiert werde. Er bezweifelte, ob die vollständige Inklusion der richtige Weg sei. »Wir brauchen auch zukünftig Orte, in denen Menschen mit schweren Behinderungen zuhause sind«, sagte er. Diese wollten dennoch teilhaben und mitmachen. Wenn »normale« Menschen zu ihnen kämen, dann sei dies gelebte Inklusion.

Die Frage nach dem »Wie geht es weiter« beantwortete Musiker Florian Seestaller mit der Feststellung, dass die Auftritte bei den Behinderten keine Eintagsfliege sein sollen. »Auf der einen Seite gibt es viele Einrichtungen mit Menschen mit Einschränkungen, auf der anderen Seite ein großes Reservoir von musikalischen Menschen, die sich in ihrer Umgebung umschauen können.« Es gehe auch nach den Kulturtagen weiter, diese Idee weiterzutragen und Barrieren abzubauen, bekräftigte Seestaller.

Zwischen den Reden hatten die Big Band unter der Leitung von Felix Hagenau und der Unterstufenchor unter der Leitung von Christine Mairinger sowie die »Lenzenberg Soatnmusi« Gelegenheit, einige Kostproben ihres großen musikalischen Könnens abzuliefern. Bjr