weather-image
16°

Zithern in allen Formen und Größen

5.0
5.0
Bildtext einblenden
In der Ausstellung im Heimathaus sind 24  Zithern verschiedener Epochen zu bewundern. (Foto: Buthke)

Traunstein – Während der Zithermusiktage in Traunstein findet bis zum Samstag im Stadt- und Spielzeugmuseum im Heimathaus eine Zitherausstellung statt. Gezeigt werden 24 Zithern verschiedener Epochen sowie Informationstafeln über die Entwicklung der Zither. Die Ausstellungseröffnung wurde vom Vorsitzenden des 2013 gegründeten Vereins »Zither in Bayern«, Willi Huber, musikalisch umrahmt.


In ihrer Einführung ging Lisbeth Genghammer aus Vachendorf auf die Geschichte der Zither ein. Mit nur drei Griffbrettsaiten und 15 Begleitsaiten schaffte es Johann Petzmayer in Wien ab 1826 vor österreichischen Erzherzögen und sogar in den Privaträumen von Kaiser Franz von Österreich zu spielen. Auf seiner zweiten Deutschlandtournee 1836/37 hörte ihn der bayerische Herzog Max in Bayern, der ihn als Privatlehrer anstellte und ihm 1838 den Titel »Kammervirtuose« verlieh.

Anzeige

Um den Titel »Königlich bairischer Hoflieferant« bemühten sich nun Instrumentenbauer mit der Herstellung besonderer Bauweisen und klangkräftigen Kons-truktionen. Verlagshäuser widmeten sich nur noch dem Zithernotendruck. Sogar den Geigenbau stellten manche Zitherbauer vollkommen ein, um der Flut der Zitherbestellungen Herr zu werden. Anton Kiendl fertige in Wien 15 000, Franz Schwarzer in den USA 11 000 und Franz Xaver Kerschensteiner in Regensburg über 5000 Zithern an. Um die Jahrhundertwende bauten nachweislich mehr als 1200 Zitherbauer ihre Instrumente überwiegend in Deutschland. Einige davon sind in der Ausstellung zu sehen.

Im Jahr 1885, als die Zither gerade einmal 40 Jahre alt war, wurde der erste Zitherclub in Traunstein gegründet. »Die Jugend spielt wieder Zither«, stellte Genghammer fest. Neue Jugendorchester entstünden und die Zither sei stark vertreten im Wettbewerb »Jugend musiziert«. Zwei Preisträgerinnen spielten demnächst sogar mit der Reichenhaller Philharmonie.

Die Ausstellung sei etwas ganz Besonderes, meinte Oberbürgermeister Christian Kegel. Er habe die Zither im Fernsehen in der Sendung »Unter unserem Himmel« kennengelernt. Die Zither passe zu Bayern besonders gut. Auch beim Musizieren um den »Traunsteiner Lindl« spiele die Zither eine große Rolle.

Die Förderung der Zither sei die Aufgabe seines Vereins »Zither in Bayern«, erklärte Huber. Es gebe kaum ein Instrument, das in so unterschiedlichen Formen und Größen gebaut werde. Die Zither sei sehr individuell und zeige, welche Dynamik in ihr stecke. Dies zu dokumentieren sei eine großartige Sache. Bjr

Mehr aus der Stadt Traunstein