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Zimmerer mit Qualitätssiegel ausgezeichnet

Tittmoning. In der Herbstversammlung der Zimmerer-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land war die Verleihung des Meisterhaft-Status an 21 regionale Betriebe der zentrale Punkt.

Auszeichnung für regionale Zimmerer-Betriebe der Innung Traunstein-Berchtesgadener Land: Im Rahmen der Meisterhaft-Initiative der deutschen Bauwirtschaft wurden bei der Innungs-Herbstversammlung auf der Burg Tittmoning regionale Innungsbetriebe ausgezeichnet. Von links die Firmenvertreter und Ehrengäste: Richard Ruhland (Historischer Verein Tittmoning), Gerhard Wirnshofer aus Erlstätt, Josef Bachmayer aus Bergen, Richard Grassl aus der Ramsau, Vinzenz Bachmann aus Schleching, Josef Gramelsberger aus Übersee, Florian Hölzl aus der Ramsau, Josef Lechner aus Tittmoning und Martin Kollmeier aus Matzing. Zu den Gratulanten gehörte auch Tittmonings Bürgermeister Konrad Schupfner.

Obermeister Josef Lechner aus Kay hatte sich für die Verleihung das reizvolle Ambiente der Tittmoninger Burg ausgesucht, zeigt doch gerade der Handwerker-Saal auf der Burg die über Jahrhunderte bestehende Verbindung des Handwerks zur Region. »Deshalb haben wir heute die optimale Verbindung von Tradition und Moderne und können die Urkundenverleihung in einem würdigen Rahmen durchführen«, sagte der Obermeister in seiner Begrüßung. Er betonte, dass die deutsche Bauwirtschaft die Meisterhaft-Initiative als Antwort auf die Reform der Handwerksordnung (HwO) im Jahr 2004 eingeführt habe. Die Änderungen hätten in der Praxis zu einer Aufweichung der Meisterprüfung und Herabstufung des Meistertitels geführt. Mit der auf ständige Weiterbildung ausgerichteten Initiative wolle man diesem Trend entgegenwirken. Der Verbraucher und Kunde könne sich so ein Bild über Art und Umfang der vom Handwerksbetrieb absolvierten Qualifizierungsmaßnahmen machen. Die Verleihung des Meisterhaft-Status erfolgt in der Innung Traunstein-Berchtesgadener Land alle zwei Jahre und wurde bereits zum vierten Mal durchgeführt. Von den 41 Mitgliedsbetrieben der Innung wurden 21 Betriebe damit ausgezeichnet.

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Der Obermeister brach noch einmal eine Lanze für eine permanente Weiterqualifizierung der Betriebe. Gleichzeitig betonte er, auch ein Betrieb ohne das Qualitätssiegel könne ein guter Betrieb sein. Für den Kunden könne es aber letztlich eine Orientierungshilfe in der Auswahl seines Zimmererbetriebes sein.

Tittmonings Bürgermeister Konrad Schupfner nutzte die Gelegenheit, um das Zimmerer-Handwerk zu würdigen: »Eine beeindruckende Vielfalt, was ein Zimmerer heute leistet.« Gleichzeitig sagte er – mit Verweis auf die Zimmererarbeiten in dem Handwerkersaal und an der Burg – dass auch damals schon eine beeindruckende Handwerkskunst bestanden habe. In sein Lob an das Handwerk mischten sich kritische Töne zum Denkmalschutz, dessen Grenzen manchmal nicht mehr nachvollziehbar seien und den Betroffenen unangemessen hohe Kosten aufbürden würden.

Richard Ruhland vom Historischen Verein Tittmoning erläuterte im Nachgang einige historische Aspekte der Tittmoninger Burg im Rahmen einer Führung für die Innungsmitglieder. awi